Mittwoch, 25. Januar 2012

Noch einmal BuVo?

Ich denke, ich habe einiges erreicht in meiner bisherigen Amtszeit im Bundesvorstand: Ich habe mittels regelmäßiger Treffen die Zusammenarbeit zwischen den Pressegruppen Gruppen auf Bundes- und Landesebene gestärkt - auch wenn dies noch nicht umfassend gelungen ist, sind wir hier doch auf einem guten Wege. Zudem habe ich Treffen und Workshops für den Bundesvorstand organisiert - zuletzt den Strategieworkshop, auf dem wir erarbeitet  haben, wie eine Strategieerstellung innerhalb der Piratenpartei möglich sein kann. Außerdem habe ich - und das ist meines Erachtens das Wichtigste - die Öffentlichkeitsarbeit grundlegend umstrukturiert. Ich habe Servicegruppen (SG) gegründet, die schnell und schlagkräftig sind und jede für sich einen richtig guten Job machen.

Der entscheidende Unterschied zwischen einer Arbeits- und einer Servicegruppe ist eine klare Aufgabenbeschreibung. Eine SG hat eine spezifische, klar definierte Aufgabe, die sie erfüllt. Sie findet sich zusammen, um genau diese Aufgabe zu erfüllen und richtet danach ihre Struktur aus. Sie erarbeitet nichts, sondern sie arbeitet. Eine AG hat keine feste Aufgabe und per se erstmal keine Verpflichtung oder Verantwortung. Eine Servicegruppe hingegen schon. Eine SG ist ebenso ein Dienstleister für die Piratenpartei wie der Bundesvorstand selbst. Der Vorstand überträgt der SG eine Aufgabe, deren Resultate er kontrollieren kann. Auf eine AG hingegen kann der Vorstand nicht einwirken - und soll das auch nicht können. Darum ist die Trennung der dienstleistenden Gruppen von den politischen Arbeitsgruppen wichtig.

Bislang haben wir auf Bundesebene fünf Servicegruppen gegründet:

Die Gruppe für programmatische Bürgerfragen arbeitet sich unermüdlich durch einen Fragenberg von etwa 200 E-Mails. Das Team ist klein, aber dafür um so fleißiger.

Die Recherchegruppe funktioniert, allerdings hat sie einfach nicht genug Manpower, um wirklich schlagkräftig zu sein. Eigentlich sollte diese Gruppe für Briefings vor Interviews sowie Hintergrundrecherchen für Pressemitteilungen zuständig sein. (Hint: Das Team sucht dringend mehr Mitglieder!)

Die Lektoratsgruppe ist - ich gestehe es freimütig - mein ganzer Stolz. Sie bearbeitet Aufträge aus dem gesamten Bundesgebiet, von den Pressemitteilungen des Bundesverbandes bis hinunter in die Kreisverbände. Sie tut das schnell, effektiv, arbeitet dabei Hand in Hand, auch mit den jeweiligen Auftraggebern. Sie lehnt Lektorate sogar ab, wenn sie Probleme erkennt. Und das alles tut sie als Team, dass in sich gut funktioniert und daraus einen "Teamspirit" gewinnt, der das Zusehen (und sicher auch das Mitarbeiten) zu einer reinen Freude macht.

Die Gruppe für die neue Webseite kann leider erst langsam ihre Arbeit aufnehmen. Die Webseite an sich scheint ein recht verfluchtes Unterfangen zu sein. Man sollte meinen, dass in einer "IT-Partei" soetwas wie eine neue Webseite schnell erledigt ist. Dieses Projekt  zieht sich nun seit fast drei Jahren. Ich bin fest entschlossen, noch in  meiner Amtszeit dafür zu sorgen, dass diese Seite online gehen kann. Ich bin guter Dinge, dass dies klappen wird. Hint: Leider fehlt dem Team noch  redaktionelle Verstärkung, zur Auswahl und zum Einpflegen von Inhalten.

Und dann gibt es da noch die Pressegruppe. Es hakt noch hier und da - aber das Team wurde gerade einmal Anfang Januar gegründet. Natürlich gibt es Startschwierigkeiten. Und wenn dann noch ein derartiger Druck aufgebaut wird, wie in diesem Fall geschehen, macht das die Arbeit für alle Beteiligten nicht unbedingt einfacher. Die Gruppe mag umstritten  sein, aber alles in allem macht sie einen verdammt guten Job. Wir haben einen guten Output - nun müssen wir noch am Workflow und der Qualität nachbessern. Das wird in den nächsten  Monaten geschehen.

Soviel zu dem was ich getan habe. Viel davon habe ich nicht alleine gemacht. Darum  möchte ich hier ganz explizit noch einmal allen danken, die diese Projekte zu einem Erfolg gemacht haben und immer weiter machen.

Ich habe angekündigt, dass ich auch unpopuläre Entscheidungen treffen würde. Dass ich bereit bin durchzusetzen was ich für richtig halte, auch wenn es nicht nur auf Gegenliebe stößt. Ich bin grundsätzlich ein  Mensch, der gerne den Konsens sucht, der versucht, so viele wie möglich  mit ins Boot zu holen. Aber ich weiß auch, dass das nicht immer möglich ist, und dass manche Entscheidungen  einfach getroffen werden müssen. Man kann es einfach nicht immer allen recht machen und nicht immer einen Konsens herbeidiskutieren, wenn man Dinge voranbringen will. Als Bundesvorstand sehe ich es als meine Pflicht, auch  solche Entscheidungen zu treffen.

Das hat dafür gesorgt, dass ich in meinem Amt und meiner Auslegung davon nicht unumstritten bin. Hey, es hat auch was positives: Inzwischen wissen die meisten Piraten, dass ich kein Mann bin! Grundsätzlich komme ich mit den obligatorischen Shitstorms inzwischen klar.  Mögen werde ich sie nie, ich  finde sie sind eine Schande für die  Prinzipien der Piraten. Aber ich  nutze sie gern als Gelegenheit, mich  vor meine Teams zu stellen. Das hat  so etwas von Katharsis, wenn man  für das was man richtig findet nicht  durch Feuer, sondern durch  Shitstorms geht. Und wenn ich damit den Leuten, die im  Hintergrund fleißig weiter arbeiten, den Rücken freihalten kann, stelle  ich mich gern mitten hinein und fange ab, was ich kann.
 
Viel von dem, was ich in meiner Amtszeit begonnen  habe, ist noch nicht abgeschlossen. Die Teams funktionieren, aber nur  zum Teil autark. Es wird noch einiges an Strukturierung, dass umgesetzt  werden muss. Die Teams müssen gefestigt werden, weitere Workflows  definiert, Verantwortung übertragen werden. All das lässt sich in einer einzigen Amtszeit nicht bewerkstelligen. Es gibt zudem noch einige Bereiche - zum Beispiel die  Erstellung eines Corporate Design, eines bundesweiten Veranstaltungskalenders und die Betreuung der Social Media Kanäle oder  ein effektives Medienmonitoring - für die weitere Gruppen geplant sind.  Und natürlich gibt es noch das Konzept der Themenbeauftragten, das - so oder anders - für die Zukunft unserer Öffentlichkeitsarbeit essenziell wichtig ist.
 
Weil ich all das gern weiter betreuen und  vorantreiben, und ja, auch gestalten möchte, werde ich trotz aller negativen Aspekte für eine weitere Amtszeit im Bundesvorstand kandidieren.

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