Dienstag, 29. Oktober 2013

BPT132 - Meine Kandidatur zum Beisitzer im Bundesvorstand

Ich kandidiere auf dem Bundesparteitag 2013.2 in Bremen für das Amt des Beisitzers im Bundesvorstand.

Ich bin seit September 2009 Mitglied. Beigetreten bin ich weil ich nicht mehr tatenlos zusehen wollte, wie die Politik unsere hart erkämpften Grundrechte mit Füßen tritt. Meine Stärken liegen in Koordination und Organisation, darum bin ich äußerst selten politisch aktiv, übernehme aber gern Verantwortung für Projekte oder Ämter.
Ich betreue seit Juni 2010 die Flaschenpost, war von September 2010 bis Mai 2011 Richterin im bayrischen Landesschiedsgericht, von Mai 2011 bis April 2012 Beisitzerin im Bundesvorstand und dort primär für die Organisation der Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ich habe von Mitte bis Ende 2012 das Pressekonzept der PPI mitentwickelt, und im Juni 2012 mit einigen Mitstreitern das internationale Piratenmagazin Pirate Times aus der Taufe gehoben, das ich bis heute als Teamverantwortliche betreue.

Zu meinem Fokus für eine neue Amtszeit möchte ich die innerparteiliche Bildung machen. Wir treten politisch für Partizipation ein, und unser Weg dorthin ist Bildung: Nur wer einschätzen kann was um ihn herum geschieht, kann auch sinnvoll am politischen Prozess teilnehmen. Das gilt nicht nur für die Politik da draußen, sondern auch innerhalb unserer Partei. Vor allem wir Piraten wollen doch Sachpolitik machen und Entscheidungen auf Basis von Tatsachen treffen, statt Symbolpolitik zu betreiben oder allein auf Grund von Ideologien zu entscheiden.
Ich möchte mich darum im Bundesvorstand auf innerparteiliche Bildung konzentrieren. Das kann durchaus auch Meinungsbildung mit umfassen, wenn unser/e Politische/r Geschäftsführer/in das zeitlich nicht abdecken kann. Je nachdem wer sonst noch gewählt wird kann ich mir auch vorstellen, bei der internationale Koordination und/oder Öffentlichkeitsarbeit zu helfen.

Ich lebe seit 2011 in Großbritannien. Ich habe keinen Wohnsitz in Deutschland und bin privat nur unregelmäßig vor Ort. Die Distanz hätte auf mein Amt keinen Einfluss, wie sie ihn auch in meiner vorherigen Amtszeit nicht hatte. In meinem Wohnzimmer bin ich sozusagen ohnehin in Deutschland, sehe deutsche Nachrichten, stehe mit Freunden und Piraten in Deutschland (und dem Rest der Welt) in Kontakt. Bei Arbeit auf Bundesebene sind Mumbletreffen und Arbeiten online der Standard, von wo aus ich dies tue ist daher vollkommen irrelevant. Erhöhte Reisekosten durch meinen Wohnsitz im Ausland sind nicht zu erwarten: Flüge sind häufig sogar günstiger als die Bahn.

Ich freue mich über Unterstützung und Fragen im Wiki.

Sonntag, 10. März 2013

BuVo oder nicht BuVo

Ich werde schon seit einer ganzen Weile regelmäßig gefragt, ob ich bei der anstehenden Wahl noch einmal für den Bundesvorstand kandidieren werde. Um dieselbe Frage nicht ständig wieder beantworten zu müssen, möchte ich die Antwort einmal allgemein geben:

Nein, ich stehe in Neumarkt nicht als Kandidatin zur Verfügung.

Lustigerweise würde ich unheimlich gern kandidieren - insbesondere, weil mir mein Verantwortungsgefühl sagt, dass wir im Bundesvorstand Leute mit Erfahrung brauchen, wenn wir die Bundestagswahl rocken wollen - und davon gibt es nicht sehr viele. Ich habe Bock auf Verantwortung, und irgendwie reizt es mich, mich ganz vorne dafür einzusetzen, dass wir das Ruder noch mal rumreißen.

Aber: Anderes ist in meinem Leben aktuell wichtiger. Ich muss bis September, und damit parallel zum Wahlkampf, meine Bachelorarbeit fertig schreiben. Mein Job frisst sehr viel Zeit, und ich muss diese investieren, um dann wiederum mein weiteres Studium finanzieren zu können. Ich würde wahrscheinlich ernsthaft Stress in meiner Beziehung bekommen, wenn die Partei gerade jetzt noch einmal so viel Zeit von mir fordert wie das in meiner letzten Amtszeit der Fall war.

Dann sind da noch die hemmenden Faktoren in der Partei selbst: Ein guter Freund sagte, dass Verantwortungsgefühl auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Da das in dieser Partei nicht der Fall ist, sollte ich meinem nicht nachgeben. Je mehr Verantwortung man bei den Piraten übernimmt, desto schlechter wird man behandelt. Ich bin kein Masochist. Die Angriffe, denen ich in meiner letzten Amtszeit ausgesetzt war, hörten selbst nach meiner Abwahl nicht auf, wurden teils sogar schlimmer. Solange die Partei Engagement bestraft statt es anzuerkennen, sehe ich nicht, wieso ich mich dem freiwillig noch einmal aussetzen sollte.

Außerdem gibt es inzwischen eine ganze Menge Leute, mit denen ich nichtmehr zusammenarbeiten kann oder will. Ich habe ganz schlicht Feinde. Und ich will im Moment Leute ignorieren können die ich nicht ausstehen kann. Als "Basispirat" habe ich die Freiheit mich so selbst zu schützen. Als BuVo müsste ich mich damit deutlich anders auseinandersetzen.

Es gibt auch in der Partei Dinge, die wichtiger sind: Mit der Flaschenpost einen geilen Wahlkampf rocken, zum Beispiel. Insbesondere die Printausgabe und der Mitgliedernewsletter sind extrem zeitintensiv. Es bleibt daneben einfach nicht genug Zeit übrig. Mit meiner Beauftragung und der Arbeit die damit einhergeht kann ich den Vorstand und den Wahlkampf aktuell am besten unterstützen.