Dienstag, 3. April 2012

Auswahl und Einstellung des Bundespressesprechers

Da es zahlreiche Fragen nach dem Verfahren zur Einstellung unserer neuen Bundespressesprecherin gab, möchte ich den Ablauf kurz erläutern:

Bereits Ende letzten Jahres, nachdem durch den Wahlerfolg in Berlin der Arbeitsaufwand   drastisch gestiegen ist, wurde klar, dass die Rolle des Bundespressesprechers nichts ist, dass wir weiter von einer ehrenamtlichen Person verlangen können. Es ist inzwischen im Grunde ein 24/7 Job, der mit einem Brotjob mit regulären Arbeitszeiten, wie ihn fast alle aktiven Piraten haben, nicht mehr vereinbar ist. Unser ehrenamtlicher Pressesprecher Christopher hat bereits im letzten Jahr angekündigt, seine Arbeitszeit im Ehrenamt zu seinem und unserem Bedauern auf 15 Stunden / Woche reduzieren zu müssen. Daher haben wir die Rolle des Bundespressesprechers neu definiert und der Bundesvorstand hat sich entschieden die Stelle auszuschreiben. Die Details dazu habe ich bereits in einem früheren Blogpost beschrieben, daher werde ich das hier nicht noch einmal tun.

Da ich laut der Geschäftsordnung des Bundesvorstandes für die Organisation der Öffentlichkeitsarbeit  verantwortlich bin, fielen die Ausschreibung und der darauf folgende Auswahlprozess in meinen Aufgabenbereich. Ich habe insgesamt acht gültige Bewerbungen bekommen (drei weitere kamen erst nach der Deadline). Ich habe alle Bewerbungen geprüft, vieren davon direkt abgesagt und für die anderen vier Interviews geplant. Da klar war, dass die Vorstellungsgespräche in Berlin stattfinden würden, habe ich mit zwei der Kandidaten, die nicht dort wohnhaft sind, vorab Telefoninterviews gemacht. Daraufhin habe ich einen der Kandidaten zu einem weiteren Interview eingeladen, dass per Skype durchgeführt wurde. Diese drei finalen (Live-)Interviews führte ich gemeinsam mit Sebastian Nerz.

Die berufliche Qualifikation der drei Bewerber war recht unterschiedlich. Bei einem Bewerber sahen wir trotz hervorragender Qualifikation von einer Einstellung oder Beauftragung ab, weil wir der Ansicht waren, dass er sich erst noch eingehender mit den Piraten und den internen  Arbeitsabläufen beschäftigen muss. Das beließ uns mit zwei Bewerbern. Unsere Wahl fiel schließlich auf Anita Möllering.

Parallel zum Entscheidungsprozess im Vorstand läuft (noch) ein von @Duesenberg angestoßener Spendenaufruf an die Landesverbände, für die Entlohnung unseres bislang ehrenamtlichen Bundespressesprechers Christopher Lang. Wir haben in den nächsten Monaten zwei Landtagswahlen und einen Bundesparteitag, welche zusätzlich zur Einarbeitung von Anita zu stemmen wären. Für diesen Zeitraum hätten wir daher gerne Christophers volle Unterstützung. Christopher kann ehrenamtlich aber maximal 15 Stunden pro Woche für die Piratenpartei tätig sein. Der Bund verfügt aktuell nicht über die Mittel eine weitere Stelle zu finanzieren, dennoch ist die weitere Unterstützung durch Christopher sinnvoll. Deshalb gibt es aktuell einen Aufruf an die Landesverbände und Spender entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen. Es ist unser Ziel, Christopher für diesen Übergangszeitraum auf Honorarbasis zu entlohnen. Ein entsprechender Beschluss erfolgt erst, wenn ausreichend Mittel eingenommen wurden.

Der Beschluss zur Ernennung von Anita fiel auf Grund der Beschlussunfähigkeit auf der letzten öffentlichen Vorstandssitzung sowie einiger noch zu klärender Details - wie zum Beispiel ihrer Einarbeitung - erst auf einer Sondersitzung des Vorstandes am 31.03.2012. Anita wurde dort mit 5 Dafür-Stimmen und zwei Enthaltungen ernannt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten wir sehr zu unserem Bedauern noch keine Information zur Person des neuen Pressesprechers herausgeben: Ohne formellen Beschluss war Anita weiterhin eine Bewerberin, der gegenüber wir zu Vertraulichkeit verpflichtet waren. Nach dem Beschluss wurden Anita und Christopher informiert, dann das Presseteam - am Abend des 1.4. konnten wir dann auf dem Vorstandsportal die Einstellung endlich ankündigen.

Kommentare:

  1. Warum hast du vier der Bewerber direkt abgesagt? Wäre es etwa sonst keine Frau geworden?

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    1. Hallo,

      eine der Bewerbungen (meine) wurde direkt abgesagt, weil ich ungerne selber PMs schreibe. Zu den anderen dreien kann ich auch nichts sagen.

      Gruß, Enno
      p.s. Warum so Anonym?

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    2. Warum hast du dich dann überhaupt beworben?

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    3. Hi.

      Welche Bewerbung warum abgelehnt wurde sind Daten, die ich weder veröffentlichen darf noch will. Das geht nur die Bewerber etwas an. Wenn diese selbst Details veröffentlichen ist das ihre Sache, nicht meine. Von meiner Seite wird es für die Ablehnung einzelner Personen keine öffentliche Rechtfertigung geben. Vor allem auch, weil sie nicht notwendig ist. Ich frage mich, wie aus "Basisdemokratie" und "Transparenz" ein "Recht auf ein Vorstellungsgespräch" oder "Recht den Job auch zu kriegen" abgeleitet werden soll. In meinen Augen funktioniert das nicht. Es ist ein normaler Vorgang, dass man Bewerbungen sichtet und eine Vorauswahl trifft. Die Kriterien nach denen das geschieht standen bereits in der Ausschreibung. Es gibt eine Shortlist, Gespräche, dann eine Entscheidung. Das passiert in jedem Auswahlprozess für jeden Job.

      Entgeistert bin ich über die Vehemenz, mit der hier versucht wird gegen eine spezifische Ablehnung zu stänkern. Macht man das bei anderen Jobs auch, dass man den potentiellen Arbeitgeber für die Ablehnung der Bewerbung versucht zu denunzieren oder ihm im Nachhinein droht? Und was genau soll das Ziel davon sein? Den Job doch bekommen, weil besagter Arbeitgeber Angst bekommt? Oder zumindest noch mal nachgetreten haben? Verbrannte Erde hinterlassen, wo man selbst keine Blume pflanzen durfte?

      Kopfschüttelnd,
      Gefion

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    4. Hallo Anonymous,
      beworben habe ich mich, da ich bisher keinen Pressesprecherjob kannte, bei dem man PMs schreiben soll :) Dafür gibts genug andere Leute, die das ja auch bisher machen. PMs ansehen und absegnen mache ich seit Jahren im Alltag.

      Gruß, Enno

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    5. Eure Diskussion ist herzallerliebst. Nach 12 Jahren Personalerfahrung mit dem Schwerpunkt Rekrutierung möchte ich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von 2006 hinweisen;-) Es wird keinerlei Auskunft gegeben, warum jemand abgelehnt wird. Könnte sonst zu Gerichtsverfahren führen. Außerdem würde ich mich nie auf eine öffentliche Diskussion einlassen. Aber das bringe ich euch noch bei;-)))

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    6. Hier geht es aber nicht um eine gewöhnliche Personaleinstellung durch eine gewöhnliche Firma, sondern um die Vergabe einer herausgehobenen Position in einer Partei, die immer wieder auf ihre besonderen Verhaltensgrundsätze hingewiesen hat. Das ist doch wohl etwas anders zu betrachten?
      Man erfährt ja noch nicht einmal etwas in anonymisierter Form über die gewesenen Kandidaten. Von Auskünften über Ablehnung war schon erst recht nirgendwo die Rede ...
      Legen bei der Piratenpartei inzwischen Einzelne die Auslegung der Grundsätze der ganzen Partei (neu) fest, und das vielleicht noch vorzugsweise im Stillen? Was ist das für eine Mentalität, die sich präsentiert?

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    7. Interessant ist die Frage, ob es hier wirklich insgesamt 8 ernsthafte Bewerber waren? Oder ob einige von ihnen mitmachten, damit es nicht komisch wirkt, wenn die schon im Vorhinein ausgesuchte Person fast ohne Mitbewerber zur Pressesprecherin erkoren wird?
      Solche Spielchen gibt's doch oft an der Uni: Ausgang abgesprochen, aber nach aussen hin bleibt durch das ganze Theater der Schein gewahrt.

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  2. Das ist ein geradezu grossartiges Beispiel dafür, was eine Partei unter Transparenz verstehen sollte, und was wohl auch alle vernünftigen Demokraten und Wähler unter Transparenz verstehen werden. Würden alle Parteien in Personalfragen so vorgehen und in dieser Art und Weise die Öffentlichkeit ins Bild setzen, hätte es niemals etwas gegeben, was heutzutage unter "Parteienverdrossenheit" firmiert. Mein Kompliment und meine Anerkennung.

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    1. Wie bitte? Möchtest du das vielleicht genauer begründen? Für mich beschreibt der obige Text das genaue Gegenteil: genau so ("Ich habe alle Bewerbungen geprüft, vieren davon direkt abgesagt") sollte in einer basisdemokratischen, sich der Transparenz verpflichteten Partei ein/e Bundespressesprecher/in NICHT ausgewählt werden.

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    2. Bullshit wir reden hier über personenbezogene Daten welche nach BDSg den höchsten Schutz genießen. Personalentscheidungen Basisdemokratisch zu treffen als Arbeitgeber ist rechtlich nicht legitim. Einen Vorstand bsp. wählen ist ein anderes Ding der ist aber auch nicht einfach kündbar.... Immer schön den Ball flach halten

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  3. Ich bin kein Pirat, verfolge die Debatte aber über Twitter schon eine Weile interessiert. Ich kann gut verstehen, wenn du dem obigen anonymen Anliegen allein schon wegen der Unterstellung nicht antworten magst. Aber auch mich interessiert von Anfang an, weshalb du diese vier Kandidaten am Anfang rausgeschmissen hast. Dadurch, dass ich in den Strukturen nicht erfahren bin, weiß ich nicht, warum eine Person das entscheiden darf. Haben sie den Kriterien nicht entsprochen, die du aufgestellt hast? Das wäre verständlich. Aber ich frage mich, ob das in Ordnung ist, wenn eine Person Kriterien stellt und sie auch selber anwendet.
    Ich weiß gerade nicht, ob mein Name angezeigt wird. Daher nochmal:

    liebe Grüße,

    Hendrik Giebel / @Clavismagister

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    1. Lieber Hendrik,

      ich vermute einfach mal, das es - wie in jedem Bewerbungsverfahren - Bewerbungen von Leuten gibt, die einfach nicht zur Stelle passen. Oder deren Bewerbung nicht mal den einfachsten Stilvorraussetzugen genügt. Oder die parteiintern extrem umstritten sind und zu massiven Unfrieden führen würden. Oder die Partei an sich nicht kennen. Oder ...

      Spencer

      Spencer

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    2. Lieber Spencer,
      Deine Vermutungen sind eben nur Vermutungen. Wenn man als Partei auf diese Weise jeden thematisch Interessierten den eigenen Gedanken ueberlaesst, wird gedacht und vermutet, womit man sich jeweils am besten arrangieren kann.
      Genau das darf aber nicht passieren! "Transparenz" bedeutet fuer die Piratenpartei hier die "Bringschuld" der Offenlegung: Klare offizielle Aussagen anstelle individueller Spekulationen!
      Deine Saetze waren erkennbar gutgemeint. Jedoch entlassen sie die Piratenpartei nicht aus ihrer selbstauferlegten Verpflichtung, denn in solchen Situationen zeigt sich das wahre Verhaeltnis von Anspruch und Wirklichkeit.
      MfG!

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    3. Hallo,

      Ich habe in meinem Leben schon genug Bewerbungen gesehen um zu wissen, das genau die von mir beannnten Punkte so gut wie immer das Hauptproblem sind.

      Abgesehen davon: Bewerberdaten und Bewerbungen sind schützenswerte, persönlliche Daten, und diese Daten zu schützen ist Ziel der Piratenpartei. Damit erfüllt der BuVo GENAU den Anspruch den er lebt!

      Abgesehen davon fordertst du etwas, das du selbst nicht lebst - oder warum postest du hier anonym?

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    4. Niemand hat hier von mir erwartet und ich habe auch niemandem zugesagt, meine persoenlichen Kommentare stets mit Namen und Adresse zu versehen. In der Sache wuerde das auch niemandem weiterhelfen.

      Man mag sich ja mit Klauen und Zaehnen hinter den sog. "BuVo" stellen wollen, bei der eigenen Partei-Grundforderung nach weitestgehender Transparenz ist die Aussage, von 8 Bewerbern habe man 4 im ersten Schritt aussortiert, dennoch tatsaechlich etwas duerftig - wenn der zum Lesen eingeladenen Oeffentlichkeit gaenzlich vorenthalten bleibt, warum diese Entscheidung so getroffen wurde!

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  4. Dieser Vorgang ist höchst kritikwürdig. PressesprecherInnen repräsentieren eine Organisation/Unternehmen. Gerade für eine Partei, die für Transparenz und Basis-Demokratie steht ist die Selektion und Ernennung durch eine bzw. zwei Personen ungeheuerlich.

    PS: Ich bin weder Pirat noch war ich Bewerber. Ich sympathissiere mit den Piraten, sehe aber zunehmend Tendenzen von Abgehobenheit - wie man sie bei anderen Parteien auch findet. Der Ton 're: Ge fionApr 4, 2012 05:43 AM' ist bedenklich - a la 'ich muss mich hier nicht rechtfertigen fuck off'.

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  5. Oh je, eine Stolperfalle. Den Genen der Piraten entsprechend wäre gewesen, wenn man die 8 Bewerbungen anonymisiert veröffentlicht hätte und als Vorstand dann eine Präferenz oder Vorschlag mit Begründung geliefert hätte. Dann hätten die Interessierten dies kommentieren können, und der Vorstand hätte dann seinen Vorschlag bestätigt bekommen oder auf Bedenken reagieren können, um anschließend eine Entscheidung zu treffen. Die Vorgehensweise hier ähnelt aber sehr dem Procedere bei den etablierten Parteien, alles heimlich still und leise. Vorsicht, Vorstand, bei allem Respekt vor Eurer Arbeit, ein solches Handeln kann nach hinten losgehen.

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  6. "Welche Bewerbung warum abgelehnt wurde sind Daten, die ich weder veröffentlichen darf noch will. Das geht nur die Bewerber etwas an."

    Persoenliche Anmerkung:
    So wie ich die Vorkommentatoren verstanden habe, waren zur Veranschaulichung der getroffenen Entscheidung ja keine "Daten" der Bewerberinnen oder Bewerber im eigentlichen Sinne gefragt, sondern lediglich allgemeinere Informationen, wie z.B. "f/m, Alter, Berufserfahrung bzw. ggf. eine Angabe zur bisherigen Branche, in der sie/er taetig war" und vielleicht noch ein kurzes Zitat zum Bewerbungsmotiv. Und dazu ein oder zwei erlaeuternde kurze Saetze, weshalb die betreffende Person nicht in die zweite Runde = naehere Auswahl kam. Aus meiner Sicht ist das fuer einen Transparenzanspruch nicht zuviel verlangt.
    Persoenlich habe ich mit der neubesetzten Position und den Bewerbern nichts zu tun und von allem auch erst vorhin gelesen. Jedoch beobachte ich das individuelle Verhalten der Piratenpartei-Verantwortlichen recht genau, um mir einen Eindruck von der Glaubwuerdigkeit der Partei als solcher machen zu koennen.

    Mit freundlichem Gruss!

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    1. Der Vorschlag mit der versuchten anonymisierung der Bewerberdaten ist logisch undurchführbar.

      Es ist heutzutage überhaupt keine Problem, aufgrund der Berufserfahrung oder/und den angegeben Referenztätigkeiten in der Piratenpartei nachzuvolziehen, wer "Bewerber X" ist - so lange er aktiver Pirat ist, was ich als Grundvoraussetzung für den Job ansehenn würde.

      Und selbst wenn der-/diejenige keine aktiver Pirat ist, die Kombination aus Alter, Ausbildung, Geschlecht, Branchenkenntnisse und Berufserfahrung macht es leicht, jemand zu identifizieren.

      Abgesehen davon: Es ist legal nicht möglich die Bewerberdaten zu veröffentlichen - es sei denn der-/diejenige tut das selbst.

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    2. Um die Transparenz zu wahren, laesst sich sehr wohl angeben, welchen Geschlechts, Alters und welcher Vorerfahrung (und seien es pauschale Jahresangaben) die einzelnen Bewerber gewesen sind. Das ist einzig eine Sache von Goodwill. Dieses Land hat ueber 80 Mio. Einwohner, wie (und wieso) sollte man da die Bewerber detektieren?
      "Aktiver Pirat"? Da sprechen die aktuellen Mitgliederlisten ihre eigene Sprache, wenn sie denn vollstaendig sind. Ich glaube nicht einmal, dass das ein formaler Anspruch war.

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  7. Als Sympathisant der Piraten staune ich über die Vorgehensweise tatsächlich auch ein wenig. Das Amt des Pressesprechers ist von entscheidender Bedeutung. Ein transparenteres Verfahren, bei dem schützenswerte Daten der Bewerber anonymisiert werden, wäre doch sicher möglich gewesen und hätte aus meiner Sicht eher den Piraten Grundsätzen entsprochen. Bei dem angewendeten Verfahren wäre es möglich gewesen, dass Du einfach einen Dir aus persönlichen Gründen genehmen Kandidaten ausgewählt hast.
    Eine Anmerkung erlaube ich mir noch: Den Ton im Artikel "Auswahl und Einstellung des Bundespressesprechers" finde ich autoritär und selbstherrlich. Einer der Gründe, warum ich - und womöglich auch viele andere - sich von den etablierten Parteien abgestoßen fühlen.
    Bitte nehmt meine Kritik nicht verletzend, sondern als konstruktiv gemeinten Beitrag.
    Weiterhin viel Erfolg und herzliche Grüße

    Uwe Behrendt

    PS: Ich habe nicht herausgefunden, wie man hier postet, außer anonym. Sorry.

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  8. Das sehe ich aus so. Ein Anonymisieren wäre durchaus möglich gewesen, ohne dabei schützenswerte personenbezogene Daten preiszugeben. Und falls dann doch jemand ERAHNT, welcher Bewerber sich hinter den anonymen Daten verbergen KÖNNTE, so what? Jeder, der hier mitmacht, ist doch für Transparenz. Auch die Bewerber sollten das sein.Das Ergebnis jetzt ist aber: Die Basis hatte keine Möglichkeit, auf das Auswahlverfahren Einfluss zu nemen oder gar ne Meinung dazu abzugeben. Das macht das Ergebnis fragwürdig und diskreditiert die Auserwählte, und erst Recht den Vorstand, der nämlich in diesem Fall gegen die eigenen Parteiregeln verstoßen hat. Was kommt da als Nächstes undemokratisches???

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    1. Ein "Vorstand, der nämlich in diesem Fall gegen die eigenen Parteiregeln verstoßen hat" ?
      Seit etwa 1,5 Jahren beobachte ich die Piratenpartei, und meine ursprüngliche Sympathie ist stark geschwunden. Einen Dämpfer gab es für mich immer wieder dann, wenn ich nach vielen schönklingenden PM's mit den Piraten direkt in Kontakt kam, wenn ich Gelegenheit erhielt, sie 'live' zu erleben und ihr Umgangsverhalten zu beobachten. Solche Erlebnisse bedeuteten mit 1-2 Ausnahmen einen starken Kontrast zu meinen Eindrücken, die ich vom reinen Text- bzw. PM-Lesen hatte.
      Zu meinen wiederkehrenden, typischen Eindrücken gehörte:
      - Selbstgefälligkeit und auch Selbstüberschätzung (Piraten scheinen es als selbstverständlich anzusehen, dass andere Leute sich mit ihnen als Partei befassen),
      - Ignoranz (menschliche Teilnahmslosigkeit) gegenüber den Problemen und persönlichen Motiven derjenigen, die sich für die Piraten interessierten,
      - teilweise auch offene Respektlosigkeit gegenüber Besuchern (was sich u.a. dann zeigte, wenn diese Leute erkennbar keine Akademiker waren oder, vielleicht auch krankheitsbedingt, nicht in das Schönheitsbild ihrer Piraten-"Gastgeber" einzuordnen waren, denn in beiden Fällen wurden sie eben kurzerhand übergangen),
      - Unkenntnis und auch sachliches Desinteresse gegenüber allen Dingen, die sie nicht gerade selbst 'an den Mann' bzw. 'an die Frau' bringen wollten,
      - unreflektiertes Festhalten an ihrer Sprachwelt der "Trolle" und "Squads" und "Liquidfeedbacks", egal, wie fremd und lebensfern dies anderen erscheinen mochte (was mich persönlich an Sekten und die Scientology-Church erinnert hat),
      - keinerlei Aussagen dazu, was sie konkret erreichen wollen und wie sie dies erreichen wollen, stattdessen diffuse Schlagworte (Krönung davon: das sog. 'Bedingungslose Grundeinkommen' - hat offenbar schon fast den Stellenwert der Pfeife des Rattenfängers von Hameln).

      Und in dieses Verhaltensschema passt es wie angegossen, wenn Ansprüche an eine bezahlte 'Piratenposition' festgelegt werden, die aber keiner kennt. Wenn diese Ansprüche von einer einzelnen Person in exponierter Stellung zur Anwendung gebracht werden, ohne dass eine ernsthafte Gegenkontrolle stattfindet. Und wenn schliesslich statt sorgfältigem Bedachtsein auf einen transparenten, für jedermann nachvollziehbaren Handlungsablauf - angeblich eines der Grundanliegen der Piratenpartei - eine Darlegung mit schnippischen Sentenzen die interessierten Leser wissen lässt, was sie erfahren dürfen und was nicht.
      Ich rechne dieses Kapitel momentan noch mehr der Unreife zu, eben jenem Umstand, dass viele Piraten möglicherweise noch gar keine so klare Vorstellung davon haben, was Begriffe wie "Transparenz" und "Offenlegung" wirklich an Ansprüchen auch an die Piratenpartei selbst nach sich ziehen. Und dass man sie zwar vollmundig anderen Parteien gegenüber fordern kann, dass man als Piratenpartei selber aber auch danach bemessen wird. Immer wieder. Und so etwas gibt es nicht für umsonst. Das 'kostet' etwas. An dieser Stelle z.B. einen Verwaltungs-Mehraufwand. Natürlich existiert dazu eine leichte, billige undschnelle Alternative: man wird unglaubwürdig - womit das höchste Kapital der Piratenpartei verloren wäre! Trotz aller beobachteten, teilweise drastischen Unzulänglichkeiten würde ich mich freuen, wenn sich diese Enttäuschung ersparen liesse. Findet als Piraten-Aktive stattdessen endlich zu einer ernsthaften Selbstreflektion und zu einer angemessenen Selbstkritik!

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  9. da ist soviel falsch am Blogeintrag, da sind falsche Voraussetzungen die zu falschen Schlüssen führen.... nein ich teile die Meinungen die in diesem Blogeintrag stehen nicht! .... und jaaaaa - ich hab auch bis zum Schluss gelesen - nochmehr - ich hab 24h gewartet um das sacken zu lassen und nicht aus einem Impuls heraus zu antworten. Wenn ich sage da ist fast alles falsch ist das also das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Text.

    Merke: nicht jeder Blogeintrag ist es wert niedergeschrieben zu werden, auch beim Verfassen ist es von Vorteil 24h zu warten, dann das Ganze nochmal zu prüfen und wenn man sich dann immer noch sicher ist - dann veröffentlichen.

    Gespannt bin ich auf den nächsten Blogeintrag :D

    herzlich A.Eichholz

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  10. Als selbst Personalverantwortlicher in einem Unternehmen kann ich bestätigen, dass eine andere Vorgehensweise, auch teilanonymisiert, rechtlich höchst problematisch gewesen wäre. Es obliegt einzig den Bewerbern zu entscheiden, ob sie ihre Bewerbung öffentlich machen oder nicht. Der (potentielle) Arbeitgeber hat dieses Recht nicht und macht sich strafbar, wenn er dagegen verstösst.

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