Sonntag, 10. März 2013

BuVo oder nicht BuVo

Ich werde schon seit einer ganzen Weile regelmäßig gefragt, ob ich bei der anstehenden Wahl noch einmal für den Bundesvorstand kandidieren werde. Um dieselbe Frage nicht ständig wieder beantworten zu müssen, möchte ich die Antwort einmal allgemein geben:

Nein, ich stehe in Neumarkt nicht als Kandidatin zur Verfügung.

Lustigerweise würde ich unheimlich gern kandidieren - insbesondere, weil mir mein Verantwortungsgefühl sagt, dass wir im Bundesvorstand Leute mit Erfahrung brauchen, wenn wir die Bundestagswahl rocken wollen - und davon gibt es nicht sehr viele. Ich habe Bock auf Verantwortung, und irgendwie reizt es mich, mich ganz vorne dafür einzusetzen, dass wir das Ruder noch mal rumreißen.

Aber: Anderes ist in meinem Leben aktuell wichtiger. Ich muss bis September, und damit parallel zum Wahlkampf, meine Bachelorarbeit fertig schreiben. Mein Job frisst sehr viel Zeit, und ich muss diese investieren, um dann wiederum mein weiteres Studium finanzieren zu können. Ich würde wahrscheinlich ernsthaft Stress in meiner Beziehung bekommen, wenn die Partei gerade jetzt noch einmal so viel Zeit von mir fordert wie das in meiner letzten Amtszeit der Fall war.

Dann sind da noch die hemmenden Faktoren in der Partei selbst: Ein guter Freund sagte, dass Verantwortungsgefühl auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Da das in dieser Partei nicht der Fall ist, sollte ich meinem nicht nachgeben. Je mehr Verantwortung man bei den Piraten übernimmt, desto schlechter wird man behandelt. Ich bin kein Masochist. Die Angriffe, denen ich in meiner letzten Amtszeit ausgesetzt war, hörten selbst nach meiner Abwahl nicht auf, wurden teils sogar schlimmer. Solange die Partei Engagement bestraft statt es anzuerkennen, sehe ich nicht, wieso ich mich dem freiwillig noch einmal aussetzen sollte.

Außerdem gibt es inzwischen eine ganze Menge Leute, mit denen ich nichtmehr zusammenarbeiten kann oder will. Ich habe ganz schlicht Feinde. Und ich will im Moment Leute ignorieren können die ich nicht ausstehen kann. Als "Basispirat" habe ich die Freiheit mich so selbst zu schützen. Als BuVo müsste ich mich damit deutlich anders auseinandersetzen.

Es gibt auch in der Partei Dinge, die wichtiger sind: Mit der Flaschenpost einen geilen Wahlkampf rocken, zum Beispiel. Insbesondere die Printausgabe und der Mitgliedernewsletter sind extrem zeitintensiv. Es bleibt daneben einfach nicht genug Zeit übrig. Mit meiner Beauftragung und der Arbeit die damit einhergeht kann ich den Vorstand und den Wahlkampf aktuell am besten unterstützen.

Kommentare:

  1. die Piraten sind am Ende und das weisst du selber.

    Steig vom Pferd wenn es tot ist.

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  2. Susanne Bischoff21. März 2013 um 19:57

    Liebe Gefion

    Ganz großes Kompliment zu deiner Offenheit und Ehrlichkeit.

    Ich hoffe dass sich einige das als Beispiel nehmen mal zu hinterfragen, warum die Partei in der Bevölkerung keinen Zuspruch mehr erfährt.
    Meine Analyse, von meinen Beobachtungen auf einigen LPT oder Bochum würde ein halbes Buch füllen.
    Deshalb zu einem der wichtigsten Punkte.
    Unsere Strukturen sind ein Teil des Problems. Selbst in einem so wichtigen Wahljahr, wo es darum geht in den Bundestag zu kommen interessiert es niemanden, was der Wähler von uns eigentlich erwartet.
    Parteiinteressen werden grundsätzlich vor die Interessen der Bürger gestellt.
    Das wichtigste bei allen Parteitagen, die ich besuchte waren für die Anwesenden Satzungsänderungen und nur Anträge, die keinen Wähler interessieren, sondern nur Piraten.
    Auch der Ergeiz der Antragsteller umbedingt ihre Anträge durch zu kriegen dominierte den Parteitag.
    Ich möchte niemanden verletzten, denn ich weiß wieviel Herzblut und Zeit in manche Anträge gesteckt wird.

    Esist vielleicht ja auch gut und richtig, aber bitte nicht in einem so wichtigen Jahr.
    Wäre ich BUVO hätte ich schon längst darum gebeten, alles was nicht nötig für die Wahl ist, was den Bürger nicht interessiert auf die LPT Tage nach der Bundestagswahl zu legen und mich außschließlich auf den Wahlkampf zu konzentrieren.

    Wir haben, da wir Neulinge sind nur die Möglichkeit die anderen mit klaren Daten Fakten und Zahlen so unter Druck zu setzten, dass sie Angst haben Stimmen an uns zu verlieren und deswegen überlegen selber einiges um zu setzten.
    Und genau darum geht es, um soziale Freiheit und Gerechtigkeit, darum, dass das Grundgesetz wieder im Vordergrund steht.
    Wichtig ist doch nur, dass sich die Dinge endlich ändern. Wer das dann umsetzt ist völlig uninteressant, so lange sich die Situation für die Schwachen unserer Gesellschaft zu positiven verändert.

    Oder seht ihr das anders ?

    LG Susanne @moddestyblaise

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