Montag, 7. Mai 2012

Rezeptionsdifferenzen - oder die Reaktionen auf Johannes Ponaders Auftritt bei Günther Jauch

Häufig kommt bei der Redaktion der Flaschenpost Feedback zur Piratenpartei insgesamt an. Wahrscheinlich ist unser Kontaktformular einfach gut zu finden. Wir wehren uns dagegen nicht und verteilen die Informationen und Anregungen so gut es geht weiter. Oft ist in diesen Mails allgemeines Feedback enthalten - zu Medienauftritten, Programmpunkten oder generellen Berichten über die Piraten. Diese Mails helfen uns auch, ein Gefühl dafür zu bekommen, was viele Bürger über uns denken.

Die Hemmschwelle, jemandem eine E-Mail mit Feedback zu senden, ist erfahrungsgemäß recht hoch. Damit sich jemand hinsetzt, gezielt seine Meinung niederschreibt und versendet, muss ihn das jeweilige Thema auf einer persönlichen Ebene bewegen. Darum überraschte mich das Feedback zu dem Auftritt von Johannes Ponader bei Günther Jauch: Es kamen einige Mails mit negativem Feedback. Es waren nicht überwältigend viele - aber alle, die kamen, waren negativ. Kritisiert wurde Johannes' Outfit:
"Wie soll ich solch eine Partei ernst nehmen und wählen, wenn solche Typen wie Johannes Ponader barfüssig und in Sandalen öffentlich auftreten?"
"In Zukunft sollte so jemand, der ernst genommen werden will, sich nicht von den anderen abheben, also in Sachen Kleidung"
Aber auch an Johannes' Person und seiner beruflichen Situation gab es Kritik:
"Der Herr Pomadig (Bundesgeschäftsführer) sollte es vielleicht einmal mit richtiger Arbeit versuchen!"
Am meisten zum Nachdenken brachte mich aber eine ausführlichere E-Mail:
"Zwischen kindischen Konzepten, schlechtem Benehmen und Leistungsschwachen Antihelden an der Spitze geht der Erfolg kontinuierlich herunter. Eine historische Chance wird grade von euch verspielt. Aussenwirkung ist das A und O für einen Wahlkampf. Ihr wollt euch verkaufen. Ihr müsst nicht provozieren. Ihr habt auch so Erfolg. Was soll ich (der Wähler) jetzt von euch halten? Erster Kandidat bei Jauch ist kompetenzlos und orientierungslos das man sogar sowas wie Mitleid verspürt hat. Der zweite gestern eine Katastrophe. Die Partei hat sich so weit Links präsentiert, das es selbst den Linken peinlich ist. Wofür also steht Ihr? Mein bisheriger Eindruck ist folgender: Eine Partei der Generation NULL BOCK, arbeitsscheu, asozial, provokant, die sich Ihren Lebensstil gerne weiter so gestalten will, um diesen zu halten. Ich bin enttäuscht. Ihr habt Macht, ihr könnt groß werden und die Politik richtig mitgestalten. Statt dessen macht ihr irgendwelche erfolglose Antihelden zu Euren Führungsfiguren. Wo sind die erfolgreichen ehrgeizigen jüngeren Politiker? Gebildete junge Leute wenden sich von euch ab. Wie wollt ihr die Zukunft gestalten, wenn eure Führung nicht mal ihr eigenes Leben in den Griff bekommt. Wenn ihr weiter im Lager der notorischen Hartz 4 Empfänger und anderen Randgruppen fischen wollt, viel Glück. Ihr habt eine Chance - nutzt sie mit Führungspersönlichkeiten und einem ansprechenden Konzept!"
Das brachte mich vor allem deshalb zum Nachdenken, weil während der Sendung am Abend zuvor meine Timeline voll des Lobes für Johannes' Auftritt war. Ganz entgegen der üblichen Piratenmanier, jeden kleinen Fehler auseinander zu nehmen, waren alle - in meinem Blickfeld - hellauf begeistert, oder zumindest verhalten positiv, maximal mit dem Tenor "Luft nach oben ist immer.

Nun frage ich mich: Woher kommt diese unterschiedliche Auffassung bei den Piraten (Alles wunderbar.) und den Menschen, die uns geschrieben haben (Das geht so nicht!)?

Johannes war bei Jauch sicherlich er selber. Er hat gut argumentiert und stach durch sein Auftreten und sein Outfit deutlich aus der Masse der geschniegelten Karrierepolitiker heraus. Er verfolgte während der Sendung die Rezeption seines Auftrittes auf Twitter, vertrat unsere Themen und deutete unser Programm auch für noch unbeantwortete Fragestellungen. Alles in allem war sein Auftritt sehr "piratig". Kein Wunder also, dass er den Piraten gefiel. Seine Folowerzahl bei Twitter hat sich seit der Sendung mehr als verdoppelt - inzwischen sind es über 6000. Es ist unwahrscheinlich, dass das ausschließlich Piraten waren. Johannes kann also auch jenseits davon Massen anziehen (und wahrscheinlich überzeugen).

Es fragt sich dann, warum er anderen nicht gefiel. Die Kritik an seiner Einkommenssituation möchte ich ungern gelten lassen - es ist nicht seine Schuld, dass die Piratenpartei ihre Amtsträger nicht bezahlen kann. Über seine persönlichen Lebensumstände zu urteilen steht niemandem zu.

Die Kritik an seinem Outfit ist da schon interessanter. Piraten störten sich nicht daran, dass er unter Anzugträgern in Pulli und Sandalen - ohne Socken! - saß. Ich nehme an, dass Piraten den Politikbetrieb allgemein anders sehen als andere. Natürlich tun sie das. Sie achten auf Inhalte und nicht auf Fönfrisuren. Wer unsere Bundesparteitage kennt, den überrascht kein Outfit dieser Welt in einer Talkshow; wären wir nicht maßlos tolerant, wir könnten kaum einen Stammtisch besuchen. Bei uns muss niemand darauf achten was er anzieht: was gefällt, ist erlaubt. Toleranz ist das, was uns verbindet, ein Teil der Piratenphilosophie, die kaum ausformuliert werden muss, um gültig zu sein. Und natürlich finden wir es toll, wenn unser politischer Geschäftsführer so deutlich in der Öffentlichkeit zeigt, was es damit auf sich hat - und sich eben nicht darum schert, sich der Menge oder den Erwartungen anzupassen.

Klar ist auch, dass das einigen nicht gefällt. Bei Menschen mit einem anderen Weltbild kommt das eben nicht gut an. Ich kann ihnen das nicht verübeln: wer mit diesen Werten aufwuchs, wer ein bestimmtes Benehmen kennt und gewohnt ist, wird das immer auch von seinen Mitmenschen erwarten. Und wenn sich diese - wie Johannes - nicht an diese Konventionen halten, führt das natürlich zu Unverständnis. Im schlimmsten Fall beflügelt es die ohnehin schon vorhandenen Vorurteile.

Ich glaube, es gab drei verschiedene Arten von Zuschauern bei dieser Sendung. Die ersten waren die Piraten selbst: Relativ unkritisch, bereits mit Johannes bekannt, piratig-tolerant und von den Inhalten und unserer Philosophie überzeugt. Die zweiten waren die Aufgeschlossenen: Vielleicht noch nicht Piratenwähler, aber soweit vertraut mit uns, unserer Art von Politik und dem Wertesystem darunter, dass sie auf die Inhalte hörten, statt an Äußerlichkeiten hängen zu bleiben und sich ernsthaft mit uns auseinandersetzen. Die dritten waren die Unverständigen. Diejenigen, die die Piraten noch nicht kennen, nicht verstehen, oder beides nicht wollen. Diese regen sich über einen ALG II-Empfänger auf, der twitternd in Sandalen neben Günther Jauch sitzt. Diese Zuschauer erreichen wir mit unseren Inhalten nicht, und werden es auch nicht - zumindest nicht so.

In die Zone zwischen den Aufgeschlossenen und den Unverständigen fällt meines Erachtens diese Mail, die mich so zum Nachdenken brachte. Nicht, weil sich der Schreiber über Sandalen echauffiert. Sondern weil er mir vermittelt, was wir ihm vermittelt haben: "So fühle ich mich von euch nicht repräsentiert, so kann ich euch nicht ernst nehmen. Wenn ihr wollt, dass ich euch ernst nehme, dann zeigt Respekt vor meinem Wertesystem." Zumindest lese ich es so.

Die Frage für die Piraten ist dann: Womit wollen wir punkten und bei wem? Wollen wir unsere Inhalte überall bestmöglich platzieren? Dann müssten wir uns so weit assimilieren lassen, dass man aufhört, sich über unseren Kleidungsstil zu echauffieren. Oder besser: dann dürfen wir Talkshowgäste nicht nach dem Kulturschock-Potential auswählen, sondern danach, wer der jeweiligen Zielgruppe der Sendung unsere Inhalte am besten vermitteln kann. Nicht jeder Kulturschock ist positiv. Wenn der Preis für die erhöhte Aufmerksamkeit darin besteht, dass unsere Inhalte nicht gehört werden, ist er zu hoch - auch wenn wir damit ein Zeichen für unsere Philosophie setzen. Unsere Gäste sollten eine gewisse Affinität zur jeweiligen Zielgruppe haben. Dann wird ihnen nämlich zugehört, und nur wer uns zuhört wird uns langfristig verstehen und wählen.

Ja, das ist Marketing. Ja, das ist ein Stück weit "etabliert". Aber niemand sagt, dass wir nur Schlipsträger neben Schlipsträger setzen sollen. Wir müssen uns einfach nur dessen bewusst sein, welche Wirkung es hat, wenn wir Sandalen neben Gucci-Schuhe stellen. Wer sich von  Johannes' Sandalen provoziert fühlte, dürfte ihm kaum richtig zugehört haben - die  Aufregung um die bloßen Füße überdeckt alles andere. Das ist nicht immer und per se negativ - es verschlechtert in vielen Kontexten aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Menschen, die wir erreichen wollen, tatsächlich erreichen. Wir müssen uns entscheiden, was uns wichtig ist und wo unsere Prioritäten liegen.

Kommentare:

  1. Wer sich über Sandalen aufregt gehört nicht zu unserer Zielgruppe. Punkt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. sind die piraten eine protestbewegung wie die 68er bewegung – die neuen 13er ?

      sehr gut möglich und ich wünsche es mir. die piraten sind besser informiert, besser organisiert und ein unzufriedener teil unserer gesellschaft. es geht um einen anderen politikstil und die demokratiefrage rückt in den vordergrund. wir sind keine schachfiguren, die hin- und hergeschoben werden und zählvieh für den wahltag. ist es einzelnen personen möglich, sich in die politik einzuschalten ? ja, bei den piraten.

      die medien sollten die demokratische neuerung loben und nicht als inhaltslosen protest kritisieren. deren kritik erinnert mich an die 60er jahre, als die studenten, die 68er, auf die strasse gingen. haben die 68er nicht zu einer veränderung in der politischen landschaft beigetragen und an inhalt und gesichtern gewonnen ? noch haben die piraten den bonus der profillosigkeit und sind amateure und dürfen sich hinstellen und sagen, dass sie noch keine haltung oder ahnung zu einem thema haben und erst mit ihren mitgliedern darüber diskutieren. die tagesereignisse werden die piraten schon noch zwingen, positionen zu beziehen.

      die piraten sind nicht alle gleich, die basis wird täglich grösser und es gibt noch keine “köpfe”. die piraten werden im politischen wie auch in den medien gesichter zeigen müssen. den piraten muss es gelingen weitere inhalte zu formulieren. sie müssen sich an den politikbetrieb anpassen, ohne ihre anhänger zu verlieren.
      die zwänge des politikbetriebs sind sehr gross und die spielregeln verändern gnadenlos jeden, der mit ihnen zu tun hat. sie haben auch die grünen verändert. was hatten sie für illusionen, glaubten sie, dass die grünen eine anti-parteien-partei sein könnten, mit rotationsprinzip und gleicher entlohnung für alle. die grünen haben sich leider zu sehr an den politbetrieb angepasst.

      ich erwarte eine neue protestbewegung, mit neuen und modernen mitteln. die piraten könnten im wahljahr 2013 mit einer neuen “13er bewegung” (ein gigantisches neues projekt), ähnlich wie die 68er bewegung, die politische landschaft und unser demokratieverständnis gravierend verändern.

      Löschen
    2. als pirat habe ich eine eigene meinung und werde diese auch vertreten, mit dem hinweis, dass meine meinung nicht konform gehen muss mit dem parteiprogramm der piratenpartei. die piraten sind nicht alle gleich, aber ich will versuchen in diskussionen mit anderen piraten mehrheiten für meinen standpunkte zu erreichen, oder lasse mich in diskussionen von anderen standpunkten überzeugen. das verstehe ich unter demokratie.
      piraten2013.wordpress.com

      Löschen
  2. Kleider machen Leute. So war es immer und so wird es immer sein. Statt das wir uns Gedanken über unsere Kleidung machen und wie wir dann in diversen TV-Formate rüberkommen, sollten wir uns lieber Gedanken machen, wie wir auch den von Dir angesprochenen Kritiker auf einer Ebene erreichen, um Ihn von unseren Werten und Zielen zu überzeugen.
    Der Erfolg soll und wird auch kommen - aber nicht um jeden Preis und schon gar nicht wegen Johannes Sandalen.

    AntwortenLöschen
  3. Wenn wir anfangen zu überlegen, wer die passenden Klamotten zu welcher Talkshow hat, bin ich raus.

    AntwortenLöschen
  4. "Gebildete junge Leute wenden sich von Euch ab", sagt er. Offenbar ist er ein alter, ungebildeter Sack. Mir hat der Johannes gefallen, obwohl ich (uraltes) SPD Mitglied bin, und "mein Wowi" war trotz Anzug und Schuhe farblos.

    AntwortenLöschen
  5. Ich glaube Johannes Ponader ist ein sehr netter Kerl. Mir ist er seiner Persölichkeit nach serh sympatisch. Politisch halte ich allerdings für einen träumer. Das Problem des Anti-Politikers ist wohl noch nicht so bewusst geworden. Schlimmer als ein Politiker der nur sich selbst gehorcht ist ein Politiker der sich selbst Politische Abstinenz verordnet. Ein Politiker der keiner ist. Ein Sprechautomat der Basis. Das ist nicht nur unrealistisch sondern unmöglich. Das Multitasking mysterium vieler Piraten ist ein reiner Selbsbetrug zu glauben man hätte aufmerksamkeit für 3 Dinge. Jeder der einen Partner hat und schon mal versucht hat ihm zu zuhören und gleichzeitig irgendetwas auf seinem Smartphone versucht hat, wird mir zustimmen das er dem Gespräch nicht so ganz folgen konnte und nur noch Stichworte in Erinnerung hatte. Ein Politiker ohne Haltung ohne Rückratt, ohne eigene Meinung ist ein Verwaltungsbeamter der Partei und sollte nicht versuchen die Meinung der Partei medial zu vertreten. Das ist ein Projekt das zum scheitern verurteilt ist.
    Ich bin begeisterter Pirat und als Pirat sollte jeder auch eine Haltung haben und keiner sollte sie ihm verbieten. Demokratie ist auch das werben um Zustimmung. Diese sei jedem Funktionsträger der Piraten genauso zugestanden wie jedem Basispiraten. Wenn das nicht gillt sollten in Zukunft Basis Piraten zu Jauch fahren und nicht unser oberster Verwaltungschef.
    Damit mich hier niemand falsch versteht Herr Ponader hat einen mir sehr sympathischen Idealismus, ich befürchte jedoch das man an diesem Idealismus scheitern muss.
    In diesem Sinne viel Glück Herr Ponader, kommen sie mit welchen Klamotten auch immer (mir gefallen good nigth white Pride Shirts) setzen sie sich wie sie wollen, aber führen sie nicht NUR Metadebatten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hoffe, dass Johannes nur Metadebatten führt. Den richtige politische Debatten werden in Talkshows eben nicht geführt. Da sind die Mailinglisten sogar effizienter.

      Nachhaltige und vor allem positive Veränderungen der Demokratie lassen sich nicht mit schnellem Stimmenfang durchsetzen, sondern nur mit konsequenter Politik auf der Basisebene. Das, was in den Talkshows passiert, kann den Piraten mEn ziemlich egal sein.

      Daher ist ein so eloquenter, gebildeter, ruhiger, sachlicher und freundlicher Typ wie Ponader genau der Richtige um in solchen Formaten wenigstens einen kleinen Funken Interesse der Zuschauer gegenüber den Piraten zu entzünden.

      Löschen
    2. Damit sie mich nicht falsch verstehen. Metadebatten sind notwendig und längst überfällig wenn Herr Ponader sich die zum Ziel gemacht hat ist das in jedem Fall unterstützenswert.

      Jedoch erschöpft sich eine Debatte nicht in Metadebatten sondern es geht auch mal um Inhalte und die kann man nicht nur mit sich selbst also der Basis führen sondern muss sie auch mit dem pol. Gegner Führen. Ob Talkshows dafür geeignet sind wage ich auch zu bezweifeln jedenfalls solange, bis sich jemand mal ein besseres Format ausgedacht hat.

      Wenn wir auch Inhalte nach vorne bringen wollen brauchen wir auch Personen die Inhalte vertreten und verteidigen können. Dazu ist es notwendig von Inhalten überzeugt zu sein, denn nur wovon man selber überzeugt ist kann man auch gut verteidigen. Sich irgendwo hizusetzen und Positionspapiere vorzulesen bringt einem da herzlich wenig.

      Ich bin gerne bereit mein Vertrauen auch in Personen zu setzen, auch bzw. weil er nicht immer meine bzw. die Parteimeinung teilt. Das macht Politiker doch authentisch.

      Löschen
    3. Dem Multitasking kann ich nur widersprechen. Als 16-Jähriger Schüler habe ich kein Problem damit, mich zeitgleich auf's Smartphone, den Gesprächspartner neben mir und das Unterrichtsgespräch zu konzentrieren und nach Bedarf darauf einzugehen.

      Löschen
    4. Das es grundsätzlich möglich ist bestreite ich nicht, ich bestreite das Multitasking zu derselben Qualität führt wie eine serrielle Verarbeitung. Ich meine sogar gelesen zu haben das dies durch Psychologen belegt wurde. Qualität braucht eine serrielle Verarbeitung wir haben kein Multicore Hirn.

      Löschen
    5. Dann geb ich mal als Psychologin mit Schwerpunkt Neuropsychologie meinen Senf danzu: Unser Gehirn kann nicht wirklich parallel verarbeiten, wir switchen hin- und her. Ihr könnt euch das gut an einem Beispiel verdeutlichen: Versucht mal gleichzeitig fernzusehen und zu telefonieren... Allerdings können wir mit der nötigen Übung sehr schnell switchen. Unser Gehirn filtert ständig Unwichtiges aus. D.h der Preis des Switchen ist möglicherweise ein gewisser Informationsverlust.Automatisierte Dinge kann ich parallel mitlaufen lassen, ein geübter Autofahrer kann sich parallel unterhalten, ein Fahranfänger nicht. Soviel zu den Grundlagen.
      Aber Johannes hat ja nicht wirklich parallel getwittert. Über lange Strecken der Sendung gab es ja einen allzu bekannten Schlagabtausch mit bekannten Argumenten, das konnte er problemlos als Hintergrundrauschen miterfassen. Wenn es interessant wurde, hat er nach meiner Beobachtung sehr aufmerksam zugehört (mit Blickkontakt).

      Löschen
    6. Wenn das geht, und Herr Ponader diese Fähigkeit besitzt, soll er es versuchen und ich wünsche ihm Erfolg. Ich behalte dennoch meine Zweifel, ich könnte es nicht.

      Löschen
    7. Ein kleiner Erfahrungsbericht zum Multitasken: Ich kann soweit zurückdenken, dass ich mal in der Schule beim Diktat erwischt wurde, wie ich mit meinem Nachbarn schwätze und nebenbei lustige Strichmännchen malte. Das hat funktioniert - nicht für meinen bequatschten Nachbarn, aber für mich. Das Diktat fehlerlos, die Strichmännchen sicher eher von fragwürdiger Qualität, aber das liegt an meinen künstlerischen Fähigkeiten.

      Ich habe meine gesamte Schulzeit über und das gesamte Studium mich bei eigenverantwortlicher Arbeit mit Fernsehen, Internet und anderen Dingen neben der "wichtigen Arbeit" (Hausarbeiten, Bachelorarbeit und so weiter) bombardiert. Es funktioniert für einige Leute einfach, ich mag das, ich brauche das. In Ruhe kann ich nicht arbeiten. Da dreh ich durch.

      Löschen
    8. sind die piraten eine protestbewegung wie die 68er bewegung – die neuen 13er ?

      sehr gut möglich und ich wünsche es mir. die piraten sind besser informiert, besser organisiert und ein unzufriedener teil unserer gesellschaft. es geht um einen anderen politikstil und die demokratiefrage rückt in den vordergrund. wir sind keine schachfiguren, die hin- und hergeschoben werden und zählvieh für den wahltag. ist es einzelnen personen möglich, sich in die politik einzuschalten ? ja, bei den piraten.

      die medien sollten die demokratische neuerung loben und nicht als inhaltslosen protest kritisieren. deren kritik erinnert mich an die 60er jahre, als die studenten, die 68er, auf die strasse gingen. haben die 68er nicht zu einer veränderung in der politischen landschaft beigetragen und an inhalt und gesichtern gewonnen ? noch haben die piraten den bonus der profillosigkeit und sind amateure und dürfen sich hinstellen und sagen, dass sie noch keine haltung oder ahnung zu einem thema haben und erst mit ihren mitgliedern darüber diskutieren. die tagesereignisse werden die piraten schon noch zwingen, positionen zu beziehen.

      die piraten sind nicht alle gleich, die basis wird täglich grösser und es gibt noch keine “köpfe”. die piraten werden im politischen wie auch in den medien gesichter zeigen müssen. den piraten muss es gelingen weitere inhalte zu formulieren. sie müssen sich an den politikbetrieb anpassen, ohne ihre anhänger zu verlieren.
      die zwänge des politikbetriebs sind sehr gross und die spielregeln verändern gnadenlos jeden, der mit ihnen zu tun hat. sie haben auch die grünen verändert. was hatten sie für illusionen, glaubten sie, dass die grünen eine anti-parteien-partei sein könnten, mit rotationsprinzip und gleicher entlohnung für alle. die grünen haben sich leider zu sehr an den politbetrieb angepasst.

      ich erwarte eine neue protestbewegung, mit neuen und modernen mitteln. die piraten könnten im wahljahr 2013 mit einer neuen “13er bewegung” (ein gigantisches neues projekt), ähnlich wie die 68er bewegung, die politische landschaft und unser demokratieverständnis gravierend verändern.

      Löschen
  6. Aber wenn wir auf Sandalen verzichten, wie erreichen wir dann die Leute mit unserer Botschaft, dass man auch in Sandalen ernsthafte Politik machen kann? ;)

    Den Punkt hier...
    "Aussenwirkung ist das A und O für einen Wahlkampf. Ihr wollt euch verkaufen."
    ...sehe ich komplett anders.

    Wir wollen uns nicht verkaufen. Wir wollen uns verschenken, und wer nicht zugreift, hat anscheinend keinen Bedarf. Diesen Bedarf wecken wir aber nicht, indem wir das Geschenk verändern.

    Es gibt da draußen eine Menge Leute, die so ziemlich in einer anderen Welt leben als wir. Ich kann allerdings damit leben, wenn die uns nicht alle wählen und wir halt erstmal keine absolute Mehrheit zusammenbekommen. Mir ist es wichtiger ein politisches Angebot für die Leute zu gestalten, die die Welt so sehen wie wir. Anpassung um der Anbiederungs Willen ist da nicht zielführend. Wenn wir uns irgendetwas anpassen, dann sollte aufgrund von Selbstkritik oder Weiterentwicklung stattfinden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Seh ich genauso... Wer sich für sein gegenüber verändert, kann nur verlieren...

      Löschen
  7. nutellaberliner7. Mai 2012 um 16:47

    ich pflege auch mal vorurteile: selbst wenn johannes da geschniegelt gesessen hätte, hätte es dem mailschreiber nicht gefallen und er hätte andere punkte gesucht. dann wäre es eben der parteiname gewesen. oder das bge. oderoderoder. man wird einen überzeugten cdu-wähler nicht dazu bringen, die piraten zu wählen, nur weil man das auftreten ändert. die wählen ja auch nicht die linke, auch wenn gysi sich nicht äußerlich abhebt von der cdu.
    wenn das wertesystem nicht stimmt, wird man nicht überzeugen können. egal, wie wir auftreten.

    AntwortenLöschen
  8. Ich wähle seit 20 Jahren immer dieselbe Partei und war bisher nicht mehr als ein interessierter Beobachter der Piraten. Da ich aber einen 10-jährigen Sohn habe, habe ich dann doch hin und wieder etwas länger hingeschaut. Könnte das die Partei sein, für die er sich mal stark machen möchte? Und ja, ich fand die Art, wie sich Herr Ponader bei Günter Jauch gegeben hat, völlig gut. Die anderen zunehmend nervig. Obwohl ich kritisch gegenüber Positionen wie dem BGE bin, oder nicht immer alles verstehe oder mich andere Dinge mehr interessieren, zu denen sich die Piraten - bisher - nicht so lautstark positionieren, finde ich sie absolut akzeptabel, wählbar, demokratisch und zukunftsweisend. Ich mag mich irren. Aber ich mag mich nicht den Menschen anschließen, die die Piraten als einen Haufen arbeitsscheuer Chaoten abtun. Ich habe dann schließlich sogar zum ersten Mal seit meinem 18. Geburtstag mit meiner Erststimme eine andere Partei gewählt als sonst - und das war ein Pirat. Bleibt weiter individuell, seid die Menschen, die ihr seid, das macht euch sympathisch, auch für jemanden, der nicht zur Zielgruppe gehört. Gruß, macavaty, 38, weiblich

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön geschrieben. Das trifft meinen aktuellen Standpunkt zu den Piraten beinahe perfekt.

      Löschen
  9. Liebe Gefion,

    danke für deinen Post! Als (noch) Nicht-Pirat habe ich den Menschen Johannes Ponader, der jetzt bei der Piratenpartei ein Amt angenommen hat sehr positiv aufgenommen. In den Interviews & Auftritten die ich im Netz bisher finden konnte sticht er klar durch seine Art, sein Auftreten und !durch seine Inhalte! heraus. Es ist ein Vergnügen ihm zuzuhören, da er Kompetenz, Lebenserfahrung und Vernunft in seinen Aussagen mitklingen lässt. Er kann sich klar ausdrücken ohne in eine Fachsimpelei abzudriften die unsere Politiker gerne nehmen um den kleinen Mann dazu zu bewegen die Ohren zu verschließen wenn die Themen unangenehm werden. Würde ein solcher Mann bei der CDU / SPD sein würde ich ihm auch zuhören wollen wenn er einen Anzug trüge, wegen seiner menschlichen Art. Das er bei den Piraten ist, ist für mich noch eine größere Freude und ein Zeichen der Entwicklung nach vorne bei dieser Partei.
    Seit Monaten verfolge ich Euch intensiv auf Twitter & Co. und meine Sympathie für den Piratismus wächst stetig. Obwohl es meinem persönlichen Bild noch etwas widerstrebt überhaupt in eine Partei einzutreten, wäre meine Wahl im Fall der Fälle eindeutig.
    Diese verbalen Entgleisungen im Stil von "Hartz IV-Empfänger" oder "richtige Arbeit suchen" sind mMn ein Zeichen menschlicher Unausgereiftheit & fehlender Nähe zum wahren Leben. Der ALG II-Empfänger der dick, dumm und alkoholkrank ist entspricht dem was bis vor Jahren noch die Nachmittags-Talkshows suggeriert haben. Wer noch so denkt der hat keine Ahnung vom Leben und tut mir leid. Ohne Menschen die künstlerisch leben, oft am Rande des Existenzminimums wäre unsere Gesellschaft arm und einseitig. Das gehört dazu, ebenso wie Horden an anzugtragenden, geschniegelten, frisch studierten Menschen die zielgerichtet ihre Karriere verfolgen und ihr Leben als Non+Ultra einstufen.
    Derjenige, der Johannes aufgrund seiner Kleidung bewertet & evtl. auch schon diskriminiert der hat eigentlich an der Politik kein Interesse, sondern will vielmehr in einer angesagten, aufstrebenden und natürlich nach seinen Vorstellungen geformten Partei sein (bzw. Wähler dieser sein) um dann sagen zu können, dass er dabei war. Aufwachen! Die Piraten dienen nicht zur Selbstverwirklichung eines Einzelnen sondern sind eine Partei die Veränderungen herbeiführen will die allen helfen sollen. Wer Protagonisten sucht die immer und überall dem Standard entsprechen den er gerne hätte ist hier falsch! Lasst Euch um Himmels Willen nicht auf irgendeine Schiene festnageln oder beschließt zur ARD nur Leute im Anzug, zu N24 in Jeans und zu RTL in Sandalen zu schicken. Wer Euch wählt, und das werde ich mit Sicherheit, wählt Euch wegen Eurer Einstellung, weil er Euer Denken verstanden hat und weil er Eure Auffassungen teilt. Wer die Inhalte nicht teilt kann ja eintreten und mitmachen, das ist doch das Tolle an Basisdemokratie! Was nützt mir das beste Programm wenn ich genau weiß, dass es nach der nächsten Wahl sowieso wieder eingestampft wird?!

    Nein, danke! Lieber Piraten mit weniger, aber ausgereiftem Programm als andere Parteien mit hohlen Worten. Macht weiter so!

    Grüße aus dem sonnigen Süden BW

    @mordsfortz

    AntwortenLöschen
  10. Ich sehe die Ursachen für die wütigen Kommentare woanders liegen. Sie sind leicht festzumachen, wenn man das Auftretten von @Afelia mit dem des @JohannesPonader vergleicht.

    @Afelia hat Sympathien geweckt, auch durc h ihre weiche Art, oder wie sie es nennt "Verwundbarkeit", aber sie hat vor allem konrete Streitpunkte gemieden, um nicht anzuecken. Sie hat also kaum Abwehrreaktionen geweckt, dadurch auch keine negativen Emotionen, die zu Wutkommentaren führen würden.

    @JohannesPonader ist deutlich eloquenter, angriffslustiger, seine Argumente sind kaum angreifbar, er eckt an und scheut nicht davon, den Gesprächspartnern seine Meinung ins Gesicht zu sagen. Bemerkenswert ist, dass die Kritiker KEINE sachlichen Angriffspunkte benennen. Während der gestrigen Talk-Show ist so manches Weltbild zusammengebrochen. Wenn man den Verursacher nicht auf der sachlichen Ebene dingfest machen kann, wird man frustriert und wütend. Das erklärt auch die Ausbrüche von Lindner und Künast, die keine sachlichen Argumente bringen konnten. Der einzige Ausweg für Künast schien nur noch ein Themenwechsel zu sein. Ähnlich wird es mit einem Zuschauer gewesen sein, der sich seine Meinung aus den Massenmedien bildet und die Piraten als Ahnungslos und Naiv erwartet. Und nun ist er Zeuge davon, wie einer dieser "Ahnungslosen" die Polit-Profis, die der Zuschauer als seriös und vertrauenswürdig ansieht, in die Enge treibt. Das ist ungehört, skandalös. Da wird der Johannes schnell zum arroganten Lümmel, der keine Kinderstube hat und mit dem Smartphone spielt, dazu noch von Sozialhilfe lebt. Das ist die Post-Rationalisierung, die hier einsetzt, um die Frustration zu erklären. Auch die Frustration, die dieser "Möchtegern-Politiker" durch den Fehlenden Respekt gegenüber dem traditionellen Weltbild der "seriösen" Politiker und des Zuschauers zeigt. Und dieses Wutpotenzial überschreitet die Schwelle zum Schreiben einer Email.

    Der @JohannesPonader bringt also deutlich mehr Inhalte und piratige Positionen, piratiges Denken rüber, mit perfekter Logik und argumentativ kaum angreifbar, eckt aber deutlich stärker an, polarisiert, weckt Kontroversen und auch Antagonien.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...und das hat wenig mit seiner Kleidung zu tun. Das ist nur die Post-Rationalisierung der Abwehrreaktion.

      Löschen
    2. Ich sehe hier auch noch einen grundlegenden Punkt, der in der Wahrnehmung der Zuschauer wohl erstmal negativ ankommt: Die Wahl der Waffen.

      Da lassen sich Piraten noch so schmutzig angreifen - es wird einfach auf ganz anderer Ebene zurückgeschossen. Oder eben mal garnicht.
      Aber ist das bei mangelnden sachlichen Gegen-Argumenten wirklich so schlimm?

      Das Problem liegt einfach noch bei den Zuschauern, die sich erst wieder an die Authentizität gewöhnen müssen. Hier mit Kalkül immer den passenden Piratengast zu wählen würde zwar kurzfristig einige Unangenehme Reaktionen entschärfen, aber langfristig der Partei schaden und dem Zuschauern nicht helfen sich an die neue vielgestaltige Art der Piraten zu gewöhnen.

      Die Erwartungshaltung der Zuschauer muß sich einfach ändern. Piraten sind einfach nicht konform und perfekt. Sie werden es nie sein. Und dem Problem aus dem Weg zu gehen (oder es zu verschieben) ist keine Lösung.

      Um es mit den Worten von Johannes zu sagen:
      Wollt ihr DEN perfekten Politiker oder einen guten politischen Menschen?

      Löschen
    3. Da möchte ich dagegen halten: Wie soll sich die Erwartungshaltung der Zuschauer denn ändern, wenn wir ihnen nicht entgegen kommen? Wenn man will, dass eine Nachricht ankommt, muss man Menschen da abholen wo sie nun einmal stehen. Und wenn der Weg dahin darüber führt, sich zeitweilig anzupassen? Wenn man dabei die Menschen zum Zuhören animierr, so das Verständnis schärft und dann von dort zum Non-Konformismus zurückkehrt und die Menschen dabei mitnimmt? Was dann wichtig ist, ist dass man - auch auf Umwegen über Konformität - die eigenen Ideale nicht vergisst. Das ist es meines Erachtens, an dem die etablierte Politik regelmäßig scheitert.

      Löschen
  11. Ich denke, dass die meisten der hier erwähnten "Unverständigen" auch bei angepassteren Leuten dicht machen würden.
    Für die viele, die solche Kritik auch in Mailform verfassen, reicht es schon, dass derjenige von den Piraten ist, der da sitzt, um ihm nicht richtig zuzuhören.

    Andererseits ist es richtig, dass ein "Transporteur", der zur Zielgruppe passt, Inhalte besser rüberbringen kann, und sofern solche Leute verfügbar sind, denke ich schon, dass man dieses Stück weit "etabliert" sein sollte.
    Die Frage ist aber auch: Gibt es so viele Leute, die in die Zielgruppe der meisten Talkshows passen UND die Inhalte generell gut rüberbringen können und das auch möchten?

    AntwortenLöschen
  12. Kleider machen Leute...ja, ja ich kann es nicht mehr hören! Schauen die Menschen denn nur darauf, was einer für schicke Klamotten trägt aber dafür nix im Hirn hat. Naja, es scheint wohl so zu sein, denn sonst wäre die FDP wohl nicht so lange erfolgreich gewesen!!!???

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es geht doch nicht um schicke Klamotten, nicht mal ein Anzug wär nötig gewesen, aber so... das geht gar nicht und un bestätigt nur alle die, die Wähler der Piraten nur als Protestwähler sehen. Mich hätte es auch extrem genervt wenn ich mich mit jemanden unterhalte und der die ganze Zeit am Handy herumfummelt, wenn hier von Respekt geredet wird dann doch bitte auf beiden Seiten.

      Löschen
    2. Amen. Genau so siehts aus. Anzüge brauche ich nicht, aber ich kleide mich entsprechend des Anlasses.

      Löschen
  13. Diejenigen, die die Piraten ohnehin schon für den Untergang des Abendlandes halten, werden sich auch durch einen Piraten im Designeranzug nicht davon abbringen lassen. Die hören ja nichtmal auf die Inhalte, Hauptsache die "Verpackung" stimmt.

    Wir sind aber eine Partei, die sich durch Werte und Inhalte definiert und nicht durch angepasstes Aussehen, das doch nichts anderes ist als Worthülsen in Textilform. Abgesehen davon sollten wir uns Kritik an Äußerlichkeiten wirklich nicht beeinflussen lassen, denn was käme dann als Nächstes? Nur noch "hübsche" Piraten für die Außendarstellung, schön jung und fit und mit perfektem BMI?

    Für mich ist die Kritik an Johannes Ponader ein Beleg dafür, was am aktuellen System nicht mehr gesund ist und warum die Piraten gebraucht werden. Politik ist mehr als ein Anzug.

    AntwortenLöschen
  14. Der Auftritt war aus Piratensicht am meisten eine Katastrophe, weil er von den eigentlichen Inhalten ablenkte. Es ist nicht falsch, gelegentlich die Erwartungshaltung der Bevölkerung zu bedienen. Das hat sogar etwas mit Respekt zu tun und ist eigentlich kleines Marketing-1x1.

    Mich hat er bestätigt. Die Piraten sind absehbar unwählbar.

    AntwortenLöschen
  15. Joaquin de Teba Bergener7. Mai 2012 um 17:45

    sich zu verkaufen heißt auf mitzuspielen im Spiels des Jahrmarktes der Eitelkeiten, diese Form in der Politik lehne ich ab und finde deshalb auch die Aussenwirkung nicht als das A und O im Wahlkampf oder auch sonst wo. Kommt es doch auf inneren Werte eines Menschen an, wie auch auf die Aussagen eine Partei, daran messe ich wen ich wähle und wer für mich sprechen kann und soll.Der Trick mit dem noch nicht vorhandenen Parteiprogramm zählt nicht, weil es ja vorliegt. Sich gleich und überall zu allem zu positionieren zählt auch nicht, wenn die Basisdemokratie verstanden wird.
    Die penetranz des Fragestellers Jauch läßt sich auch hinterfragen, was will er damit erreichen Piraten in ein bestimmtes Bild zu setzen? Sicherlich würde ich in einer Livesendung nicht twittern, weil ich das Gespräch nicht verffolgen kann, aber, was der eine nicht kann muß der andere ja auch nicht können. Da denke ich sehr wohl, das manchen die Konzetrationsfähigkeit besitzen mehrere Dinge gleichzeitig zu tuen. Besonders schäbig finde ich die Nachwirkung im Twitter über Johannes Ponader`s Lebensstil und seiner Kleidung. Wer mit Künstlern und Schauspielern vertraut ist, der weiß wie sich viele durchs Leben hangeln müssen, von Werk zu Werk, von Amt zu Amt, der Fernseherprobte Jauch weiß das auch, deshalb war das eine ganz fiese Nummer, auf " HartzIV " zu pochen wie eben Jauch das gemacht ohne den Begriff ALGII zu nutzen. Da versuchte Jauch hass zu schüren.Als vor Jahren die AL hier anfing die später zum Bündnis90/ die Grünen mutierte war das Geschrei ebenso groß. Strickende Sandalentragende Männer in den landtagen und dann auch noch im Bundestag, wie hat man sich damals lustig gemacht, dasselbe Spiel wie jetzt mit den Piraten also, Partei diePiraten. Das nur mal am Rande über Kleider machen Leute. Alt SPDler, aus längst vergangener Zeit wären über dieses sich mokieren aus der Hose gesprungen, aber die hatten ja ein echtes Arbeiterbild und standen für Arbeiter und nicht wie die NeuSPD die sich einen Dreck um die Lebenswirklichkeit der arbeitenden und nichtarbeitenden Menschen kümmert. Die mit ALGII und der Rente ab 67 das schlimmste an Armut für Menschen in unserer Lebenswelt hier eingeführt haben. Es war gut das Johannes das BGE nicht angesprochen hat, das wäre zum üblen Bummerang in dieser Situation für ihn geworden. Zieht Euch so an wie ihr wollt aber macht Euer Ding weiter, wie gesagt die inneren Werte zählen. Meine Unterstützung habt ihr.

    AntwortenLöschen
  16. "Lieber Spiesser, wählen Sie doch einfach in Zukunft die Partei, die ihnen optisch am besten zusagt."

    Leute gibts. roflcopter gtfo.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Übrigens der Grund warum die FTP mit Kubicki so viele Wähler hatte, das waren alles Frauen :-)

      Löschen
  17. Anpassen darf auf keinen Fall sein. Aber berücksichtigen wer für welches Format geeignet ist halte ich auf jeden Fall für eine gute Idee. Eine politische Diskussionssendung ist für Ponader auf jeden Fall besser geeignet als eine Unterhaltungssendung. Und Jauch ist eine Unterhaltungssendung.
    Ich fände auch nicht das es Marketing oder sich verstellen ist wenn anhand des Formats der Sendung gezielt unterschiedliche Leute dorthin schickt. Wenn die Leute so sind wie sie sind ist das ja kein sich verstellen.
    Vor allem denke ich auch das es für die Leute ja auch besser ist. Jemand wie Ponader wird sich viel wohler fühlen in Diskussionsrunden in denen wirklich diskutiert wird.

    Das Handy finde ich allerdings geht einfach gar nicht. Es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen bei gezielten Fragen mal zu sagen "Ich schaue mal kurz nach was die Meinung dazu ist" aber immer wieder Handy finde ich unhöflich so lange das nicht alle machen, das erzeugt so ein Gefühl als ob derjenige die Gesprächspartner nicht respektiert -> Arroganz

    AntwortenLöschen
  18. Laut Forschungsgruppe Wahlen wurde zu 66% Kubicki und nicht die FDP gewählt. Ähnliches wird auch mit Lindner in NRW passieren.
    Das passt nicht zu den Piraten. Meine Meinung: lieber auf 5 Prozentpunkte verzichten, als sich durch eine Business-Uniform anpassen.

    AntwortenLöschen
  19. Ich habe die Talkshow nicht gesehen und von Johannes Ponader noch nie zuvor etwas gehört. Ich bin nicht in SH ansässig und daher auch keine Wählerin gewesen. Ich habe nur am Wahlabend irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr den Fernseher eingeschaltet und ihn auf die Frage nach der Regierungsbeteiligung sinngemäß in ein Mikro sagen hören: das wäre zum jetzigen Zeitpunkt unverantwortlich. Ob und was für Schuhe er anhatte, war nicht zu erkennen; es wäre mir auch schnurz gewesen. Ich bin alt genug um mich an die ach so skandalösen ersten Auftritte einer anderen Partei zu erinnern, mit einem ähnlich lächerlichen Namen, die mit teils ähnlich verquere Ideen die etablierte, müde, verkrustete Parteienlandschaft aufbrechen wollte und dies auch tat: Die Grünen. Ich selbst hätte vermutlich nicht mit der Wimper gezuckt, wenn der Mann dort im Lendenschurz angetreten wäre. Ich hätte es idiotisch gefunden, weil man sich das Leben unnötig schwer macht und einfach doppelt so schnell seine Ziele erreicht und Punkte macht, wenn die Leute nicht durch solche blöden Nebensächlichkeiten wie Kleiderwahl abgelenkt werden, sondern sich voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren können. Klar darf er anziehen, was er will, aber dann sollten sich die Piraten nicht wundern, wenn der Weg unnötig lang und beschwerlich wird und potentielle Wähler abwinken und die Medien nur über Äußerlichkeiten statt Inhalte berichten und damit den etablierten Parteien die Arbeit erleichtern und in die Hände spielen – der Köder sollte dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler.

    Aber eben weil mir sein Aussehen egal war und ich mich auf seine Worte konzentrierte, ließ mich seine Aussage umso ratloser zurück. Die Piraten wollen also nicht regieren, fänden eine Regierungsbeteiligung unverantwortlich. Ja, warum soll ich sie dann wählen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann verstehen, dass Sie das irritiert. Was Sie erwarten, ist der Typ des klassischen Machtpolitikers.

      Aber auch wenn es den Anschein hat, die Piraten wollen sich nicht vor der Verantwortung drücken. Von der Oppositionsbank aus lässt sich bereits viel erreichen, wie die Piraten in Berlin zeigen.

      Ich finde, es wäre sogar naiv und vermessen gewesen, sich als Jungpolitiker gleich auf eine Koalition einzulassen. Die Gefahr wäre zu groß, von den erfahrenen Parteien zerrieben zu werden. Auf vier Jahre Koalition kämen dann vielleicht 8 Jahre politische Bedeutungslosigkeit. Ein hoher Preis!

      Also, warum sollten Sie sie wählen? Wenn Sie möchten, dann zum Beispiel als Korrektiv zu den etablierten Parteien. Ich wähle sie, weil ich von den Piraten Bescheidenheit und Politik mit Augenmaß erwarte. Von Macht- und Postenspielchen habe ich genug.

      Löschen
  20. "Die Kritik an seiner Einkommenssituation möchte ich ungern gelten lassen - es ist nicht seine Schuld, dass die Piratenpartei ihre Amtsträger nicht bezahlen kann."
    Moment, das ist zu kurz gedacht.
    1. Ponader bezieht ALG II, obwohl er dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht. Traurig, denn er ist intelligent und der Staat hat viel in seine Ausbildung investiert. Was wäre, wenn er jetzt von der ARGE zu einer Weiterbildungsmaßnahme oder gar zu einem 1-Euro-Job geschickt würde? Hätte er dann noch die Zeit für seinen Job als politischer Geschäftsführer?
    2. Ponader war derjenige, der bei den Piraten das BGE durchgesetzt hat. Auf die Frage, wie das denn finanziert werden soll, sagt er immer - zuletzt bei Bender - dass trotz BGE noch genügend Leute einer Erwerbsarbeit nachgehen würden. Er tut das aber nicht, also ist er nicht nur ein schlechtes Vorbild, sondern widerlegt seine Behauptung. Wer soll ein BGE erwirtschaften, wenn es nur Ponaders gibt?

    AntwortenLöschen
  21. Wer die kognitive Dissonanz von Erscheinungsbild und politischer Relevanz studieren möchte, blicke zurück auf die ersten Talkshow-Auftritte von Christopher Lauer, der penetrant als „der Pirat im Anzug“ vorgeführt wurde, Subtext: Du kannst Dich anpassen, wie Du willst, Dich lassen wir nicht mitspielen. Das Rollenklischee von Postpunk-Individualität wie Gerwald Claus-Brunner war nicht erfüllt, also suchen sich die Mainstreammedien irgendeine andere Äußerlichkeit – oder sie erfinden sie ganz einfach. Johannes Ponaders Auftreten in Freizeitkleidung entspricht zufällig genau dem Rollenklischee, Subtext: wir sagen dazu, was wir immer schon gesagt haben, nämlich, dass wir’s ja immer schon gesagt hatten.

    Es lohnt keine Diskussion, demnächst trifft es Marina Weisband (Studentinnen sollen gefälligst lernen, Politik ist nur etwas für Menschen mit Lebenserfahrung), Pavel Mayer (Unternehmer gehören nicht in eine linksliberale Studentenpartei) oder Bernd Schlömer (Sozialneid und Kostenloskultur kann ein Bundesbeamter überhaupt nicht repräsentieren). Gib mir den Namen, ich häkle das Vorurteil.

    Und wer ernsthaft meint, ein ALG-II-Empfänger könne nicht ehrenamtlicher Politiker sein, darf kurz nachdenken, woher die hauptamtlichen Mandatsträger ihre Gehälter bekommen. Kleiner Tipp, der Nikolaus ist es nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, es sind die Mitglieder die Beiträge zahlen.

      Löschen
  22. Das Ende des "Anderssein" beginnt, wenn wir anfangen über "Anpassung" nachzudenken...

    AntwortenLöschen
  23. Der Mann macht auf mich kurz gesagt, einen hochkompetenten Eindruck.

    Diese Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und der Partei, dass man noch nicht bereit ist zu regieren, dass man erst lernen muss wie der Hase läuft.
    Das Appellieren an die Vernunft, man müsse weg von den Koalitionen und miteinander vernünftige Lösungen finden, die gut sind für uns alle.
    Das sind Worte die man heutzutage nicht oft hört.

    Respekt, ganz großes RESPEKT!!!

    Schade, dass das keine Radiosendung gewesen ist, da hätte mich die Reaktionen einmal interessiert.

    AntwortenLöschen
  24. Fischers Turnschuhe (beim Amtseid(sic) getragen) stehen heute im Museum!

    Schlimm finde ich dagegen die ständige Rumspielerei mit dem Smartphone. Wenn das jemand im Gespräch mit mir macht, breche ich ab.

    Ein Pirat

    AntwortenLöschen
  25. Leute... dies Denke finde ich dann doch daneben:
    1) ich gehöre dann in keine der Kategorien, ich mag die Piraten und interessiere mich sehr dafür, aber mit diversen Aussagen kann nichts anfangen, bzw nur darüber lachen.
    2) es geht doch nicht nur darum das jemand dort mit Sandalen sitzt, warum kann man sich nicht normales anziehen, warum muss denn provoziert werden?
    3) er ist nun mal ALGII Empfänger, aber im Zusammenhang mit dem Spruch über das Bedingungslose Mindesteinkommen auch für Leute die nicht arbeiten macht das Ganze denn schon einen ganz anderen Eindruck.
    4) ich finde es schade das diese Träumereipolitik so weiter gemacht wird. Das geht nicht, wie denn auch.
    5) ich finde es klasse das die Linken nicht mehr dabei sind, aber fangt Ihr jetzt nicht auch so an...
    6) Ihr habt da eine sehr große Chance etwas zu bewegen, versaut das nicht durch solche Auftritte und durch ein unsinniges Programm, das nimmt euch niemand ab und macht euch lächerlich, ich möchte euch aber nicht lächerlich finden.

    Ich bin sehr froh über die Piraten, aber macht doch ein Programm was ansatzweise auch durchführbar ist.

    Ich habe hier breits euren Aufnahmeantrag liegen, es hat Gründe warum der hier noch liegt, tut mir den großen gefallen und denkt einmal darüber nach, wie Ihr nach außen wirkt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. zu 6)

      Auch ein Punkt den ich immer wieder interessant finde ist die Aussage: Ihr habt das Potential - macht mal.

      Einerseits beschweren sich VIELE Leute das sie keine Teilhabe an Politik haben können andererseits erwarten sie aber das alles von allein passiert.

      Die meisten, nicht alle, Personen die äußern das Programm ist lächerlich haben es nicht einmal selbst gelesen sondern allenfalls in der Presse aufgeschnappt das es so sein muss.

      Alternative: Selber machen!
      Programm lesen, Meinung bilden, informieren und ggf. Kritik, Anregungen und Verbesserungen einbringen!
      Denn genau das ist der Hintergedanke dabei...

      Löschen
    2. Ich liebe die Mutmassungen, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal....
      Ich kenne das Programm sehr gut!
      Und lies meinen letzten Absatz, ich würde ja gerne... aber zur Zeit bin ich eher nicht aufgelegt dazu den Antrag abzusenden...
      Es geht doch um das BGE nur wie das funktionieren soll, weis niemand.
      Es ist unsinn und klingt eher nach der "Linken", darum bin ich froh das DIE weg sind. Also macht nicht ebensolchen Unsinn, es geht nicht das ALLES FRREI ist. Lies nach unter dem Punkt: PA284.

      Das ist nicht realisierbar und ein Schlag in die Fresse gegen alle die Arbeiten!!!

      Löschen
    3. Ich gehöre selbst zur arbeitenden Bevölkerung und stand dem BGE anfangs sehr skeptisch gegenüber. Aber ich sehe auch, dass der klassische Lebenslauf mit einem sicheren Job bis zur Rente heute eher die Ausnahme geworden ist. Dass heute schon nicht mehr genug Arbeit da ist, um für alle eine Existenz zu sichern, viele trotz Arbeit aufstocken müssen. Und wer mit 55 seinen Job verliert, hat keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.

      Wer glaubt, Hartz-IV beziehen ausschließlich Faule und Taugenichtse, verschließt die Augen vor der Realität. Hartz-IV wird in der modernen Gesellschaft nicht mehr lange funktionieren, aber was kommt danach? Das BGE wäre es wert, zumindest einmal durchdacht zu werden.

      Übrigens ist das BGE keine Spinnerei der Linken. So setzt sich zum Beispiel Götz Werner seit Jahren dafür ein - Götz Werner ist Gründungsmitglied der dm-Drogeriekette. Man ist also auch als arbeitender Teil der Bevölkerung in guter Gesellschaft mit der Idee. :)

      Löschen
    4. BGE Finanzierung? Wo ist das Problem:
      1. Steuerschlupflöcher schließen: http://www.netreaper.net/2012/01/10/seid-umschlungen-milliarden-gebt-uns-die-steuern/
      2. Gibts zur Finanzierung sogar eine Doktorarbeit: http://www.forum-grundeinkommen.de/filme/andre-presse/doktorarbeit-finanzierung-grundeinkommens-andre-presse

      Löschen
  26. Was mir (unter anderem) an den Piraten gefällt ist die Tatsache das vom jugendlichen Punk bis zum ca. 60 jährigen "Normalo", von ALGII, Handwerkern, Selbständigen, Lehrern, Schülern und Studenten so ziemlich jede Klientel vertreten ist.

    Natürlich sind nur einige davon medienpräsent.
    Im Fall einer Talkshow meist eine Person, die natürlich nicht jede Zielgruppe ansprechen kann.

    Ebenso wenig kann jemand in einer Talkshow, in der auch noch nach kurzer Zeit auf die nächste Frage des Moderators eingegangen wird (falls er dazu kommt), sachlich und inhaltlich diskutieren.
    Ein Statement abzugeben und dieses zu untermauern ist, falls man nicht unterbrochen wird, bei so vielen Talkgästen in einer solchen Sendezeit kaum möglich.

    Vor allem dann nicht wenn 80% der Zeit dabei verloren geht dem "Gesprächspartner" unsachlich seine Fehler vorzuwerfen statt eigene Alternativen zu bringen.

    Ich empfand die Umgangsformen bzw. Gesprächskultur der meisten Gäste untereinander als wesentlich unverschämter als die Kleidung des Einzelnen.
    Wobei ich denke das es eher das "ungewohnte" ist das schockiert.

    Denn dass man die meisten normalen Politiker außerhalb eines Fernsehauftritts ebenso mit einem Versicherungsvertreter, Bänker oder Autoverkäufer verwechseln könnte fällt uns bloß nicht mehr auf.

    In dem Fall kam ja kaum jemand wirklich zu Wort, da man damit beschäftigt war sich gegenseitig zu zerfleischen.

    Die offenen Sandalen fand ich allerdings auch etwas befremdlich wobei mir dazu eben etwas auffiel:

    Ob bei einer Frau mit modischen offenen Schuhen ebenso viele Leute empört gewesen wären...

    AntwortenLöschen
  27. Es gibt die Beliebtheit bei den eigenen Anhängern und die Unbeliebtheit bei allen anderen. Auf den ersten Blick scheint es, dass die Unbeliebtheit bei Gegnern uns egal sein soll. Die scharfe Ablehnung (wie z.B. bei der Partei „Die Linke“) führt aber dazu, dass eigene Ziele viel schwieriger zu erreichen sind.
    Ich bin sicher, dass Johannes das berücksichtigen wird . Wir müssen aber überlegen, wie wir ihn für seine Arbeit bezahlen können. Man braucht ja ungefähr 1000€ monatlich, damit er auf ALG II nicht angewiesen wäre. Ich z.B. hätte gerne dafür etwas spendiert.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Joaquin de Teba Bergener7. Mai 2012 um 21:27

      eine gute Idee!! wenn jeder mal 1 - 2€ über hat ist das doch machbar...

      Löschen
  28. Einen wichtigen Punkt möchte ich nennen: Ich habe mir heute die Kommentare auf heise.de angesehen zur Sendung. Heise, wo auch telepolis beheimatet ist, ist ein extrem technikaffines, kritisches und recht piratenfreundliches Forum.

    Und da gab es eine Reihe negativer Bemerkungen zu Ponader. Allerdings waren das von der Diktion und Argumentation her nicht die normalen Heise-Foristen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es da mittlerweile auch bezahlte Meinungsmache gibt, also Astroturfing.

    Das dies bei Heise ein Problem ist, ist klar wenn man sich Diskussionen zu Apple-Produkten anschaut oder solche zum Klimaschutz oder Kernenergie - da gibt es Leute die massiv trollen und die auch nicht richtig argumentieren. Bei Heise hat sich dafür der Begriff "Mietmäuler" etabliert. Eine relativ typische Figur, und das habe ich auch bei den Ponader/Jauch Kommentaren gesehen, ist dass erst mal gelobt wird ("bin selber Mitglied der Piraten") und dies dann im nächsten Absatz massiv umgekehrt wird. Das wird gemacht weil eine direkte unsachliche Kritik natürlich auffällt.

    Natürlich ist es wichtig, für Kritik offen zu sein und diese zu reflektieren. Das steht außer Zweifel. Ich finde es aber extrem wichtig, sich bewußt zu machen dass es auch Kritik und Einflußnahme mit destruktiven Zielen gibt, die auch geschäftsmeßig verbreitet wird - von Formen wie Burson-Marsteller oder Arvato Services (Bertelsmann, mal wieder).

    Wer Themen und Diskussionen gezielt studieren will, die von Astroturfing betroffen sind, sowie die Strategien mit denen dies geschieht, kann sich in der Wikipedia umsehen: Beispielsweise die Seite zur Katastrophe von Tschernobyl (besonders kurz nach der Fukushima-Katastrophe), zur Globalen Erwärmung, zur Grünen Gentechnik, zur Brustimplantaten oder zur Nahrungsmittelpreiskrise. Er wird überall auf dieselben Vorgehensmuster und teilweise die gleichen Accountinhaber treffen.

    Weiteres hierzu:

    http://www.freitag.de/wissen/1049-nieder-mit-dem-kunstrasen

    http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/burson-marsteller-neue-akw-schweiz.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Beobachtungskandidaten#Verdacht_auf_Astroturfing

    http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/210/wendling/umk%C3%A4mpftes-wikipedia

    AntwortenLöschen
  29. Die Inszenierung als "Lümmel-sagt-substanzielle-Dinge-und-demaskiert-die-Etablierten" war zu diesem Zeitpunkt und in diesem Stadium der Entwicklung der Piratenpartei ein gelungener Coup. Als Beweis dafür nehme ich mal den BILD-Artikel, wo man im "Lob vergeblich nach dem Gift sucht" (Zitat aus dem Gedächtnis aus der Twitter-TL). Wir müssen jedoch zur Kenntnis nehmen, dass wir damit zwar Sympathien in studentischen und subkulturellen Milieus gewinnen, aber in weiten Teilen der "normalen" Bevölkerung auf Ablehnung stoßen. Im Business, im Verkauf, im Consulting, im gesamten Bereich, wo ohne perfektes Outfit gar nichts geht (und sich die Menschen den ganzen Tag den Arsch aufreißen), würden wir uns so die Sympathie der meisten auf Dauer verscherzen. Ich habe es selbst erlebt: in meinem Bekanntenkreis ist die Ablehnung einer solchen Repräsentationsfigur eindeutig, und es gehört schon ein immenses Selbstbewusstsein (oder buddhistische Gelassenheit) dazu, sein Fremdschämen zu überwinden und offen zu bekennen: Ja, liebe Freunde, das ist der politische Geschäftsführer meiner Partei. :) Darüber hinaus wird damit noch dem Vorurteil nachgeholfen, die Piraten seien eine Clientel-Partei für die Loser dieser Gesellschaft.

    AntwortenLöschen
  30. Piraten sind anders. In ihrem Politikverständnis, auch in den Inhalten. Wer die Piraten schon verstanden hat, unterschätzt, wie schwer es für andere ist, sie überhaupt einzuordnen. Gerade weil Piraten nicht einen Punkt auf der Links-Rechts-Achse des politischen Spektrum besetzen, sondern eine neue Dimension eröffnen. Das verdaut sich nicht so leicht.

    Wer soll erklären, was die Piraten sind, wenn nicht sie selbst? Also: Die medienwirksamen Personen müssen übergreifende Aussagen zu Piraten, ihren Ideen und Inhalten machen. (Nicht nur zur Form.) Auch wenn diese übergeordneten Aussagen so nicht im Programm stehen (weil sie zu allgemein wären.) Die Basis erarbeitet das Programm, die Menschen mit Amt oder Mandat vermitteln es.

    Für diese Vermittlung müssen sie auch Rede- und Interpretationsfreiheit haben. Das wird noch ein spannender Balanceakt zwischen Basis und Mandatsträgern.

    Ich persönlich erkläre die Piraten gern als die "erste postmaterialistische Partei". Die erkannt hat, dass "Free" heute möglich ist, als persönlicher Lebens- und Arbeitsstil, aber auch als Geschäftsmodell (total hip!) und Weg zu einer Gesellschaft, die Teilhabe ermöglicht.

    Ich glaube, dass derartige positive, erklärende Botschaften unbedingt nötig sind. Sonst sind die Piraten zu schwer zu verstehen.

    AntwortenLöschen
  31. Sicherlich ist es jeder Person freigestellt, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentiert.
    Auf sachlicher Ebene fühle ich mich von der Art eines Johannes Ponader gut vertreten.
    Jedoch finde ich es respektlos, in einer Diskussion dem Smartphone mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als den mir gegenüber sitzenden Menschen. Wie in einem Kommentar bereits gesagt wurde: "Macht das jemand mit mir, dann breche ich das Gespräch ab...".
    Über den Kleidungsstil kann man sicherlich lange streiten, allerdings bin ich der Meinung, dass es eben keine Frage des persönlichen Geschmacks ist, wie man eine Partei, also auch deren Mitglieder, in der Öffentlichkeit vertritt.
    Krampfhaft auf "anders sein" zu pochen zeugt dann eher von Konzeptlosigkeit.
    Wir wollen die Wähler von unseren Inhalten überzeugen, dazu gehört auch, dass wir ihm "die Hand reichen". Ich will damit nicht sagen, dass Anzug etc. getragen werden soll, ich möchte nur, dass wir nicht künstlich Kluft schaffen, in dem wir potentielle Interessenten (von Wählern mag ich hier noch nicht sprechen) so vor den Kopf stossen, dass sie ob des Ohrensausens die Inhalte nicht mehr hören können.
    Wenn ich Inhalte anbieten möchte, dann muss auch die Verpackung stimmen.
    Noch gibt es einen Bonus in der Bevölkerung. Aber wie die Geschichte lehrt, sind Boni schnell verbraucht. Jetzt wäre der richtige Moment Inhalte zu transportieren. Mit lächerlichen Outfits verspiele ich diese Chance.

    AntwortenLöschen
  32. Hallo Gefion,

    es gibt einen sicheren Weg, um in der Werbung zu scheitern: Es allen Recht machen zu wollen. Der Designer Tibor Kalman sagte „When you make something no one hates, no one loves it“. Das gilt auch für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Sendungen wie Jauch, Anne Will etc. sind Show und Bühne.

    Ich habe kein Problem mit Marketing. Ich überspitze das mal: Die Strategie, die du vorschlägst, halte ich für falsch und ein sicherer Weg, auf dem Markt mit einem unscheinbaren Produkt ein sinnloses Dasein zu fristen. Unser Unique Selling Point ist, das man sich nicht anpassen muss, um Politik zu machen. Auch dieser muss neben unseren konkreten Inhalten kommuniziert werden.

    Es ist wichtiger, dass wir unterschiedliche Charaktere platzieren. Wer Ponader nicht mag, aber Marina und Lauer noch in Erinnerung hat, wird insgesamt trotzdem das Bild einer Partei mit vielfältigen Charakteren haben.

    Ansonsten: Wer wirklich glaubt, in einer Sendung wie Jauch (oder Anne Will) "Inhalte vermitteln" zu können, der setzt auf das falsche Format. Es gibt Sendungskonzepte, die ganz konkret Inhalte verhindern. Das heißt nicht, das wir nicht auch in Massenformaten punkten können - Eins gegen Eins auf Sat1 ist z.B. ein Format, wo das geht. Anstatt unsere Leute anzupassen, sollten wir kritisch mit dem Kontext umgehen, in dem sie auftreten. Ich bin sehr glücklich, dass unsere „Talkshowfähigen“ Leute wie Lauer, Marina und Ponader diesen Instinkt haben und unterschiedlich, aber sehr geschickt damit umgehen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zu dem was du sagst: nichts hinzuzufügen.

      völlig off-topic:
      Warum nennst du die Frauen bei ihrem Vornamen (Gefion, Marina), die Männer aber bei ihrem Nachnamen (Ponader, Lauer, Jauch)?

      Löschen
  33. Über den Kleidungsstil lässt sich ja streiten, aber mit dem Smartphone während eines Gesprächs rumspielen, das geht gar nicht! Das ist einfach eine Frage der Höflichkeit.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das war auch der einzige Punkt der mich gestört hat.
      Ich verstehe twittern in der Talkshow als Versuch den Schwarm sichtbar zu machen, finde es aber auch unhöflich.
      In einer Runde in der sich Menschen miteinander unterhalten, soweit es in der Talkshow möglich ist, wirkt es auf mich unaufmerksam und eben auch unhöflich.

      Löschen
    2. Er muss es ja nur davor erklären. damit macht er deutlich, dass es nicht unhöflich gemeint ist. find es super, dass er das macht.

      Löschen
    3. Klar ist es unhöflich, sogar ignorant. Er zeigte in einer Gesprächssituation - das ist eine Talkshow -, dass er diese nur als Medium zu Selbstdarstellung und medialer Präsenz nutzt. Das machen andere Talkshow-Gäste auch zu oft, was dass TV-Format so grottig macht. Nur hätte ich von Ponander etwas anderes erwartet. So ist er nicht besser als seine Mitdiskutanten, aber schlechter angezogen.

      Löschen
    4. Das ist völlig an der Sache vorbei- und sie schlecht geredet. Julia Schramm ist vielleicht bisschen zu sehr "Medium der Selbstdarstellung" bei den Piraten, nicht Ponader. So kam er auch nicht rüber - ausser bei dir...(Barfuss & Sandalen - ist eher Anti-Selbstdarstellung: und die ist ihm gelungen)

      Löschen
    5. Wenn man sich selbstdarstellt kann mann das auch mit Barfuss und Sandalen und Smaortphone tuen wenn man so ist, welchen begriff von Selbsdarstellung vertrittst du denn? Muss ein Selbstdarsteller anzug tragen wenn er sonst keinen trägt das ist doch eher sowas wie Identitätsbehauptung

      Löschen
    6. Und warum klingt es so als seien @Afelia und @Schmidtlepp bereits gestorben? Weshalb sollte ich @Schmidtlepp nachtrauern? Er ist doch nach wie vor im Berliner Landtag.

      Ich fand die Aussage "Kopfschmerztablette im Politgebrüll" gar nicht mal so unpassend! Ich denke, wir werden noch viel von ihm erwarten können! :)

      Löschen
    7. Soweit ich mich erinnere, hatte die Jauch-Redaktion ihn darum gebeten, zu twittern, wohl nachdem die "Beid Brender"-Redaktion das auch gemacht hatte. Das hat Jauch natürlich "versehentlich" vergessen zu erwähnen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt ...

      Löschen
  34. @incredibul: fullack @anonym: das einzige was man herrn ponader ankreiden kann und vielleicht auch sollte war das "unhöfliche" nicht in die Augen des Gesprächspartners blicken ... da kann er bestimmt noch etwas am feingefühl/timing machen aber da er ja angekündigt hat in solchen Sendungen zu twittern ist das auch nur ne kleinigkeit

    AntwortenLöschen
  35. Die Leute mit dem zielgruppengerechten Outfit und der zielgruppenaffinen Rhetorik: die sind doch in der FDP, oder? Der Piratenwähler wählt Piraten, weil dort echte Typen Politik machen. Der eine mit Sandalen , der andere mit Palituch. Wenn ich ferngesteuerte Klone, die auf mich wie Clowns wirken, wählen will: cduspdlinkefdp. Und wer eine verbiesterte Frau möchte: da kommen nur die Grünen in Frage. Wer es allen recht machen will, wird scheitern. Ich hoffe deshalb, daß Herr Pomader weiter auftritt, und zwar in Sandalen. Auch der Stil hat mir gefallen. Wie hohl due Politik der etablierten Anzugträger ist, hat man gemerkt, als er diese sich hat mit den üblichen Floskeln angiften lassen und dann angemerkt hat, daß die Piraten gewählt werden, weil immer mehr Menschen diesen Stil nicht mehr wollen, sondern konstruktive Lösungen.
    Ich bin kein Pirat, war lange Jahre NPD-Wähler aus oppositionellen Gründen( inhaltlich bin ich zwar sehr konservativ, stehe aber deutlich links vom heimlichen Wahlprogramm dieser Partei). Ich wähle die Piraten, weil ich die Chance sehe, durch Burgernähe sinnvolle konservative Ideen in die Politik zu bringen. Die Anzugträger jedenfalls sind nur hohl.

    AntwortenLöschen
  36. Wie wär's, wenn Ponader in Zukunft einfach geschlossenes Schuhwerk anzieht? Dann dürfte ein Großteil der öffentlichen Kritik entfallen und er muss sich nicht ganz so stark verbiegen. Leinenschuhe (aka Chucks) würden schon reichen.
    Damit dürfte allen geholfen sein und die Menschheit hört wieder auf die Inhalte, statt nur auf die Füße zu gucken.
    Auch wenn ich als Pirat bei vielem, was die Kleiderordnung angeht, sehr tolerant bin, sollte es noch ein kleines bissel Restanstand (aka Kniggekenntnis) geben. Und in dem Bezug gehört es eben zum Respekt gegenüber seinen Gesprächspartnern, nicht barfuss in Sandalen bei so einer Runde zu erscheinen. Da ist es doch Verständlich, dass sich das Volk aufregt.
    Mit dem einfachen Mittel geschlossenen Schuhwerks wäre da sicher einiges zu machen, ohne sich selbst zu verkaufen.

    AntwortenLöschen
  37. Ich würde mir ob der negativen Reaktion zu Ponader bei jauch nicht allzu viel Kopfzerbrechen machen, da geht es eben um Zielgruppen und wer sich mehr über das Outfit und seinen allzu viel schlechten Sozialstatus echauffiert statt sich mit den Inhalten die er IMHO sehr gut rüberbrachte zu befassen, der ist auch im Kern nicht an der Sache interessiert. Es ist doch absurd anzunehmen, dass die Piraten everybodys Darling werden könnten. Ponader ist rhethorisch versiert, kann gut Inhalte pointiert rüberbringen insofern war das in meinen Augen ein sehr erfolgreicher Auftritt. Der MUSS nicht jeder/jedem gefallen sowenig wie jedem die Piraten und ihre Arbeitsweise gefallen müssen...


    Ich bin, was dieses sich dem Medienhype und den vorhandenen TV Talkformaten unterwerfen der Piraten angeht sowieso sehr skeptisch.

    Inzwischen sind die Piraten so weit dass sie ein Faktor in der Politik geworden sind, weshalb also bitte unterwerfen wir nicht diejenigen, die meinen über uns berichten zu müssen "unseren Spielregeln" statt uns in diese Laberformate pressen zu lassen -äußerlich wie inhaltlich.

    Das ist sehr wenig piratig

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. allzu schlechten Sozialstatus echauffiert sollte es heißen ;)

      Löschen
  38. Keinen Fußbreit dem Konformismus.

    AntwortenLöschen
  39. Also, ich bin schon irgendwie überrascht, dass Johannes Schuhe so ein Thema sind. Und ich würde auch sagen, dass es ein Problem des Publikums ist, dass im Jahr 2012 solche Stilunterschiede verhindern, dass die Inhalte des sich präsentierenden vorbehaltlos aufgenommen werden können. Johannes war doch nicht ungepflegt bei Jauch. Und er hat auch niemanden angegriffen oder jemandem das Wort gestohlen. Das wären alles Dinge, da wäre Kritik verständlich. Aber lasst ihn doch um Himmelswillen die Schuhe tragen, die nunmal zu seinem Stil passen!

    Abgesehen von den Aspekten, die schon angesprochen wurden und die ich (insbesondere im Fall von incredibul) unterschreiben würde, noch Folgendes:
    Ich fände es in mehrfacher Hinsicht schädlich, wenn sich unsere Repräsentanten gezwungen sähen, darüber nachzudenken, ob ihr persönlicher Klamotten-Stil ok ist. Ein ganz ganz wesentlicher Wesenszug der Piraten, jedenfalls für mich und ich glaube auch für unsere Kernwähler unverzichtbar, ist Authentizität. Wenn Johannes auf einmal ein Interesse für Lackschuhe und Sakkos entdeckt.. ok.. wenn er das in seinen Stil integrieren kann, soll er tun. Aber wenn er einem Druck von aussen nachgebend anfängt sich zu verkleiden, verliert er an Authentizität. Ich würde erwarten, dass das sogar mehr Wähler kostet, als es einfängt..

    AntwortenLöschen
  40. ok also noch was zu den Schuhen, ;)

    Wochendweisheit zu #Jauch: Laufe in Sandalen, bis dass dir die Weisheit Schuhe einbringt. cc Avicenna (980 - 1037), persischer Arzt.

    Und zum Glück hatteJohannes KEINE Socken an zu den Sandalen!! :))

    AntwortenLöschen
  41. Ich schaue mir das "Phänomen" Piraten schon eine ganze Weile an, finde Einiges gut, manches schlecht, informiere mich und halte mich auf den Laufenden. In den letzten Tagen - durch den BPT12 und die SH Wahl - war das relativ einfach. Man sieht "Normalos" wie Torge Schmidt oder Bernd Schlömer, aber auch "Typen" wie Stephan Urbach oder eben Johannes Ponader im Fernsehen. Diese Vielfalt macht die Partei aus und mir persönlich gefällt das!!!

    Daran etwas zu ändern, um kompatibler und WÄHLBARER für die breite Masse zu werden, halte ich für falsch. Dass sich Jauch Zuschauer an den Sandalen stören oder finden, ein HartzIV Empfänger habe zu arbeiten, war zu erwarten. Jauch hat mit seinem wiederholten Fragen nach HartzIV seinen Teil zur Brandmarkung beigetragen und wir reden hier von Jauchs Zielgruppe. Ihnen fehlt der Realitätsabgleich. In unserer Zeit ist es branchenunabhängig, dass Freiberufler Zeiten haben, in denen sie sich mit ALGII über Wasser halten müssen. ALGI bekommen sie nicht!!! Abhängig von der Auftragslage, nicht von der Branche. Meistens werden diese auch nicht mit ABMs belästigt, weil die Jobcenter davon ausgehen, dass sie nur befristet ALGII beziehen. Ehrenamtliche Tätigkeiten für ALGII Bezieher sind übrigens Gang und Gebe. Johannes Ponader daraus einen Vorwurf zu machen, halte ich für falsch und tut mir Leid. Die anwesenden Politiker der Runde beziehen zwar kein ALGII, aber leben trotzdem vom Staat und den Steuergeldern der Bevölkerung. Sie beziehen ihr Einkommen aus ihren Ämtern. Ich teile die Meinung, dass Johannes Ponader nichts dafür kann, wenn seine Partei entscheidet, den Bundesvorstand ehrenamtlich arbeiten zu lassen. Deswegen würd ich aber NIE auf die Idee kommen, die nächsten Talkshowbesucher einer Kleiderordnung zu unterwerfen und wir kommen zu dem eigentlichen Problem der Piraten:

    Die Piraten müssen sich positionieren. Ideologielosigkeit ist schön und gut, nicht rechts oder links eingeordnet werden zu wollen auch, aber FAKT ist, die Piraten werden es nicht allen recht machen können und sollten es auch nicht wollen. Schon gar nicht den konservativen Jauch Zuschauern, die die etablierten Parteien wählen, weil sie das schon immer taten.

    AntwortenLöschen
  42. Zunächst mal glaube ich, dass die meisten Leute auch legere Kleidung bei so einer Diskussion akzeptieren.
    Aber Fakt ist leider auch, dass bei Barfuss/Sandalen und dem "Spielen mit dem Handy" bei vielen Leuten bei mir im Umfeld sofort ein negativer Eindruck entsteht, der dann leider auch alle Inhalte abblockt.
    Ich denke mal das lässt sich leicht vermeiden, ohne dass man gleich seine Persönlichkeit verbiegen muss. Wie vorher schon genannt, geht es dabei auch um Respekt gegenüber den anderen Diskussionsteilnehmern.

    AntwortenLöschen
  43. Hallo allerseits,

    zuerst einmal: Ganz herzlichen Dank für die vielen klugen, sachlichen Kommentare! Ich hatte mit so einer Resonanz gar nicht gerechnet. Da sie nun aber einmal da ist, möchte ich noch etwas klarstellen:

    Es ging mir mit meinem Artikel in keinster Weise darum, Johannes oder seinen Klamottenstil zu kritisieren. Mir persönlich sind seine Sandalen vollkommen egal. Ich habe auch - was die meisten, aber nicht alle so aufgefasst zu haben scheinen - nicht andeuten wollen, dass Johannes doch bitte seinen Stil ändern möge, um besser in Talkshowrunden zu passen. Im Gegenteil! Wie ich Johannes selbst schon gesagt habe: Das einzige Fazit für ihn ist, dass er eben nicht von jeder Zielgruppe gut angenommen wird. Was nicht überraschend ist, denn das tut niemand!

    Alles was mir wichtig war, war die Diskussion darum anzustoßen, was die Piraten wollen, wo unsere Prioritäten liegen.
    Wollen wir Kulturschocks, wollen wir DEMONSTRIEREN WER wir sind? Dann gehören unsere "Paradiesvögel" bei jeder Gelegenheit in die erste Reihe.
    Wollen wir, dass die Menschen uns zuhören, TRANSPORTIEREN WOFÜR wir stehen? Dann müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen die wir erreichen wollen nicht von Äußerlichkeiten so irritiert sind, dass sie nicht bereit sind uns Gehör zu schenken. Und dann sollten wir darauf achten, dass unsere Repräsentanten zeilgruppengerecht ausgewählt werden.
    Das bedeutet NICHT, dass Johannes seinen Klamottenstil der Zielgruppe anpassen soll. Allenfalls, dass Johannes nicht für jedes Format die richtige Besetzung ist. Wo Johannes nicht passt, ist es dann vielleicht Bernd, oder Sebastian, oder auch Julia. Alle haben unterschiedliche Qualitäten, sprechen eine andere Zielgruppe an, haben verschiedene Stärken und Schwächen - wie jeder von uns. Und auf jedes Format, in jeden Kontext, passt einer von ihnen (oder sonst ein Pirat) am besten. Und was wir tun können, um unsere INHALTE besser zu transportieren, ist sicherzustellen, dass in jedem Fall die beste Besetzung für den jeweiligen Kontext in der Öffentlichkeit auftritt.

    Ich sage nicht, dass wir all das tun müssen. Ich möchte nur, dass wir uns dieser Unterschiede bewusst sind, und dass wir - wenn wir uns dagegen entscheiden - uns der Implikationen und Konsequenzen bewusst sind.

    Danke und liebe Grüße,
    Gefion

    AntwortenLöschen
  44. Hallo Gefion, danke, dass Du Dir die Kritiken angehört hast. Ich verstehe zwar, was Du sagen willst, stimme damit aber immer noch nicht überein. Johannes ist sicherlich kein "Paradiesvogel", sondern ein ganz normaler Mensch und als solcher ist er dort auch aufgetreten. Und Menschen wie Johannes werden ja nicht dort platziert, um zu provozieren, sondern um sinnvoll zu argumentieren. Zwar hast Du Recht, dass manche unserer Repräsentanten bei einem Talkshow Publikum wie dem von Jauch besser ankommen als andere, aber ich hoffe WIRKLICH, dass wir uns nicht danach richten werden, sondern bleiben, wer wir sind. Ganz vielfältig. Und manche identifizieren sich vielleicht mit Johannes, manche Mit Bernd oder mit Julia. Und wer uns scheiße findet findet uns scheiße und ich hoffe, dass uns das ganz egal ist.

    AntwortenLöschen
  45. Denken wir doch den Gedanken einmal konstruktiv weiter und setzen alle "bekannten" Piraten in die Talkshow, in die sie "angeblich" passen sollen. In welche Talkshow passe Johannes Ponader von seinem Äußeren? Mir fiele auf die Schnelle keine passende Sendung ein. Aufgrund seines Amtes, in das ihn die Piraten gewählt haben, passt er in ALL diese Talkshows. Als politischer Geschäftsführer ist es sein JOB, dort aufzutreten und die Piraten zu repräsentieren. Die 1500 Piraten in Neumünster scheint es zu 2/3 nicht gestört zu haben, wer sie da in Zukunft repräsentiert und was er anzieht. Sie haben ihn schließlich gewählt. Warum sich also an Außenstehenden orientieren, die die Piraten aller Wahrscheinlichkeit sowieso nicht wählen? Schließlich hängen sie sich schon an Äußerlichkeiten auf und haben sich noch nicht mal mit den Inhalten der Partei auseinandergesetzt. Außerdem wäre der nächste Schritt all diejenigen nicht mehr in Talkshows zu schicken, die mit ihrer Art leicht anecken und wenn wir dann schon die "Querulanten" aussortiert haben, nähern sich die Piraten ganz gefährlich den etablierten Parteien und werden gewöhnlich. Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache, so wie ich die Piraten verstehe. MIR gefiel der Kontrast zwischen Johannes Ponader und den Berufspolitikern übrigens.

    AntwortenLöschen
  46. Hallo Gefion
    Professionalisierung ist dir scheint sehr wichtig, aber es gibt Dinge die für uns Piraten noch wichtiger sein sollten. Wir sollten nie unsere eigentlichen Ziele aus den Augen verlieren, und auch in der Pressearbeit sollte es keine zu großen Barrieren geben hinsichtlich Mitmachen, Transparenz und Vielfalt, was uns Piraten eben auszeichnet.
    Du hast bestimmt einiges drauf und bist sehr engagiert, aber ich sehe dich auch etwas kritisch. Du wirkst auf mich hierarchisch denkend und das passt eigentlich nicht so gut zu den Piraten, aber vielleicht irre ich mich ja auch, die Pressearbeit und die Flaschenpost erscheinen mir im Vergleich zu der übrigen Piratenpartei intransparent.

    Pipilotta und Ponader, das sind in diesem Sinne zwei positive Vorbilder:
    Pipilotta wäre Pirat geworden, Pipis Vater war einer!
    Piraten bleiben wir wir selbst, so wie Johannes Ponader das so super demonstriert ob bei Bender oder Jauch, so bringen wir die Alt-Parteien und viele Alt-Journalisten und Alt-Fernsehmoderatoren zum Schwitzen, so bleiben wir auf Erfolgskurs!
    Auch wenn der Weg etwas länger ist, nur so erreichen wir unsere langfristigen Ziele. Durch Anpassung unter dem Vorwand wir müssen uns Professionalisieren können wir vielleicht kurzfristig ein paar schnellere Erfolge erzielen, aber langfristig würden wir scheitern.
    Drum lasst uns immer Pipilotta sein und niemals angepasst.
    Lieber authentische Sandalenträger als austauschbare, unauthentische Brioni-Träger!

    Gruss
    Pirat Parzival

    AntwortenLöschen
  47. Liebe Gefion,
    auch die Menschen, die sich über Johannes' Auftreten beschweren, sind nur ein Teil der Gesellschaft. Leute wie ich, die sich von Anzugträgern nicht vertreten fühlen, sind ein anderer Teil. Sympathisanten der Piraten gehören sicher mehrheitlich zur letzteren Gruppe.
    Es wäre sicher kontraproduktiv, wenn nur noch angepasste Anzugnerze und -Lauers die Partei repräsentieren wurden.
    Leute wie ich würden sich abwenden.

    Lass uns die Buntheit auch in den Vorständen bewahren und nach außen tragen!

    Ich sehe das ganze auch als ein Gender-Problem an. Während Frauen die Möglichkeit haben, seriös im Kostüm, grell geschminkt mit großem Ausschnitt, etwas verrückt, so wie Afelia oder so wie du als Politikerinnen akzeptiert zu werden, wird bei Männern wie Johannes oder Faxe, die von der Politiker-Anzugnorm abweichen, gleich ein großes Geschrei gemacht.

    Ich finde das Schade.

    Viele Grüße
    Mj0lnar

    AntwortenLöschen
  48. Gefion, Du machst den Job wohl schon zulange.
    Ich lehne es stark ab, dass wir anfangen, unsere Persönlichkeit(en) zu verbiegen, um irgendwelcher Presse zu gefallen.
    Das ist der erste Schritt in die Richtung, dass die SPD für Netzsperren gestimmt hat, aus Angst davor, was die BILD schreiben könnte.

    Jauch hat wahrscheinlich relativ konservative Zuschauer, so dass hier auch negative Kommentare kommen.
    Das viel noch mehr daran auf, dass so ziemlich alles, was von Herrn FDP kam, begeistert beklatscht wurde.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jetzt hat der Lektor gefehlt. Es _fiel_ auf... m(

      Löschen
  49. - "piratig-tolerant"

    Oh, ihr seid ja sooo tolerant und die anderen nicht.

    Ich habe aufgrund seiner Barfüßigkeit den Kopf geschüttelt, aber trotzdem zugehört, was er gesagt hat (was mich leider nicht überzeugt hat).

    - "Ich glaube, es gab drei verschiedene Arten von Zuschauern bei dieser Sendung. Die ersten waren die Piraten selbst: [...]Die zweiten waren die Aufgeschlossenen: Vielleicht noch nicht Piratenwähler, aber soweit vertraut mit uns, unserer Art von Politik und dem Wertesystem darunter, dass sie auf die Inhalte hörten, statt an Äußerlichkeiten hängen zu bleiben und sich ernsthaft mit uns auseinandersetzen. Die dritten waren die Unverständigen. Diejenigen, die die Piraten noch nicht kennen, nicht verstehen, oder beides nicht wollen. Diese regen sich über einen ALG II-Empfänger auf, der twitternd in Sandalen neben Günther Jauch sitzt. Diese Zuschauer erreichen wir mit unseren Inhalten nicht, und werden es auch nicht - zumindest nicht so."

    Ich bin kein Pirat, ich bin jedoch den Piraten gegenüber im Grunde offen eingestellt. Ich kann jemanden, der in Sandalen bei Jauch sitzt trotzdem nicht ernst nehmen und halte twittern in einer Talkshow für absolut überflüssig (abgesehen davon, dass dieses Thema eh viel zu hoch gehängt wurde, hat er doch währenddessen kaum einen Tweet verfasst).
    Meiner Meinung nach muss keiner dort im Anzug auftauchen. Allerdings ist es eine Frage des Stils, in bestimmten Situationen entsprechend gekleidet zu sein. Dazu gehört für mich kein Anzug - aber zumindest geschlossene Schuhe. Dazu gehört für mich ebenso, aus Gründen des Respekts, die Konzentration auf die Gäste. Dies schließt das hantieren mit technischem Gerät aus.
    Wer sich mir gegenüber so verhält, der vermittelt mir fehlenden Respekt für gewisse Verhaltensweisen, er vermittelt, dass er in seiner eigenen Welt lebt und sich nicht um seine Umwelt schert. So jemanden kann ich nicht ernst nehmen - als Politiker schon gar nicht.

    AntwortenLöschen
  50. Schaut Euch mal die Bilder von den ersten Grünies als sie Platz im Parliament genommen haben. laute Wollpullies, Bärte ohne Ende (bei den Männer) Strickjacke und Strickwolle, abgestorbene Fichten Aste und ja, SANDALEN wohin man schaut da haben die CDU sehr hämisch gegrinzt und Hinwiese über Kleiderordnung etc. erteilt. Oder Fischer Josef in Turnschuhe (!) die jetzt in Bonn im Museum gelandet haben!!! Also lasst Euch nicht in diese unsinnige Geplänkel über Kleider jagen - besinnt Euch auf Inhalt und Ziele!!!

    AntwortenLöschen
  51. Ich finde es einfach unhöflich, wenn man sich während eines Gespräches mit Handy oder anderem beschäftigt und so seinem Gegenüber darstellt, dass man ihm nicht zuhört.
    Die ganze Körperhaltung war so, dementsprechend werden auch die Zuschauer verprellt.
    Man kann auch problemlos akzeptabel gekleidet sein, ohne gleich die Zuschauer zu verprellen.

    Gruß

    AntwortenLöschen
  52. Hallo Gefion,

    Meine herzliche Glückwünsche zum Master in Applied Machiavellism mit Nebenfach Wählerherabsetzung.

    Selbstverständlich ist es relevant, dass der Verteter der Piraten ein verkrachter Künstler ist, der seid Jahren von Sozialtransfers lebt und diese Sozialtransfers nun noch deutlich erhöhen will.

    Wenn diese sachliche Kritik abgebügelst und findest, "Die Kritik an seinem Outfit ist da schon interessanter", dann ist dir diese Abwägung selbstverständlich unbenommen.

    Allerdings bleibt mir unbenommen, deine Annahme, die Menschen würden den Outfit wichtiger als die Aussage nehmen als Wählerherabsetzung zu empfinden.

    Und das du, statt mal an euren Aussagen zu arbeiten, jemanden mit Schlips zu Jauch schicken willst, empfinde ich als Machiavellismus.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ^ THIS

      Davon abgesehen empfand ich das Twittern während einer Talkrunde allerdings auch als unangemessen/irritierend.

      Löschen
  53. Jo...kurz zu mir: Anfänglich großer Sympathisant der Piraten, mittlerweile - durch viele Diskussionen mit Piraten - sehr kritisch gegenüber der weitverbreiteten leistungslos-konsumieren-Haltung der Piraten.

    Mit Herrn Ponader habt ihr den richtigen Repräsentanten gewählt, zumindestens wenn Ihr weiterhin an Wählerschaft verlieren wollt. Er stellt wahrhaftig den Archetyp des Piraten da: Arbeitsscheu, dabei aber nicht dumm, lebt von H4, was ihm offensichtlich genug Raum lässt um zeitaufwendige Posten zu besetzen - generelle Lieblingsthemen sind alles was man kostenlos absahnen kann (BGE, fahrscheinlos usw.). Und, wie ein Vorkommentator bemerkt hat, er selbst führt seine eigene Argumentation ad absurdum, das Menschen auch arbeiten, wenn Sie BGE kriegen. Das macht bei ihm ja so gar keinen Anschein.

    Und zum äußeren: Von mir aus kann jeder rumlaufen wie er will, ich mach mir meine Gedanken dazu. Gerne im Schottenrock, bepierced bis zum erbrechen und tätowiert nach allen Regeln der Kunst kann er Heerscharen von Jugendlichen mit Spottliedern hinter sich herziehen...es ist sein ganz persönliches Vergnügen. Wenn man jedoch in eine Talkrunde eingeladen ist, dann wäre das mindeste eben geschlossene Schuhe, um ein Minimum an Respekt zu zeigen. Auch das Spiel mit dem Handy ist völlig daneben und stößt ab. Ihr wollt politische Ziele formulieren und umsetzen. Dazu braucht ihr Unterstützung in Form von Wählern. Begeht nicht den Fehler zu glauben, das all die Wähler, die euch gewählt haben wirklich auch mit euren Zielen übereinstimmt oder gar von euch regiert werden wollen. Da wäret ihr doch sehr blauäugig, was vielleicht auch zum Piratentum passt. Wenn ihr euch jedoch nicht wie eure Mutterpartei als Strohfeuer erweisen wollt, sondern auch langfristig etablieren (pöhses Wort) wollt, dann sind die Ponaders dieser Welt nicht die Vertreter die ihr braucht. Oder anders herum: wollt ihr wieder nach unten, habt ihr genau den Richtigen and er Spitze!

    AntwortenLöschen
  54. Also ich bin Piraten-Mitglied, und mich störte Ponaders Outfit extrem. Es fällt mir manchmal schwer zuzugeben, dass ich in der gleichen Partei bin wie er.

    Noch etwas was einfach nicht passt, sind die Geräte, mit denen er twittert. Die sind allesamt von Apple, und das kann ich mir als Arbeitnehmer, der deutlich mehr bekommt als die Grundsicherung, trotzdem nicht leisten. Da kommt Sozialneid auf, gebe ich ehrlich zu. Sollte ich vielleicht auch das Arbeiten aufgeben?

    AntwortenLöschen
  55. Ich schreibe als, naja, sowas wie potentieller Wähler. Nur potentiell deshalb, weil ich es für sehr schade hielte, wenn durch einen zu schnellen Aufstieg und womöglich ebenso schnellen Fall die Themen der Piraten in der Versenkung verschwinden, meine Alternative zu Piratenthemen bezüglich Demokratie, Netz und Grundeinkommen sehe ich aber eigentlich nur in der Auswanderung, eure Chancen auf meine Stimme stehen also ganz gut, aber ich glaube das polititsche Arbeit, nicht auch sondern gerade wenn man unerforschte Wege gehen will ihre Zeit brauchen. Und das man euch diese Zeit geben sollte, bzw ihr sie euch bis zu einem gewissen Grad nehmen solltet.

    Dabei halte ich es weder für Zielführend, Kandidaten für Talkshows nach Kulturschockpotential auszuwählen, noch euch besonders anzupassen. Für mich muss da niemand im Anzug sitzen, aber... vielleicht bin ich da etwas altmodisch, aber welchen Sinn haben Sandalen weit Weg von Sonne (und Strand)? Sicher ist das provokant, aber weder provozieren noch assimilieren habt ihr nötig, noch betrachte ich eines von beidem als besonders produktiv.

    Allerdings fand ich es schon länger an der Zeit, dass ihr euch die in deinem Post gestellten Fragen (Womit wollen wir punkten und bei wem? Wollen wir unsere Inhalte überall bestmöglich platzieren?) stellt, und bin in dem Sinne dann doch sehr froh, dass der Auftritt dies erreicht hat.

    AntwortenLöschen
  56. Kleidung ist eine Form der non-verbalen Sprache, und wer durch zu sehr unangemessene Kleidung glänzt, wir nicht ernstgenommen oder rausgeworfen.

    Egal wo, egal wer - auch ein ganz großer und bekannter Hollywoodstar der in der Pause eines "Drehs" im Kostüm eines Landbewohners des Mittelalters in ein Geschäft kam flog da schon mal im hohen Bogen raus. Da war das Gesicht egal, die Klamotten waren zu präsent ... Und jeder kannte den ...

    Wem es nicht passt wie das mit der Wahrnehmung ist, der darf das anprangern - aber wir müssen das Umfeld, in dem wir leben, so annehmen wie es ist und nicht mit "Besserwünschen" Realitäten (so blöd ich sie auch finde) wegdiskutieren.

    Politische Kommunikation funktioniert eben auf verschiedenen Ebenen, und eine davon ist Respekt vor dem Bürger - wenn ich bei einem solchen Posten absichtlich rumlaufe wie einer der die Sehgewohnheiten nicht respektiert (zumindest Socken, echt!) und sich benimmt wie ein ... der wird auch wahrgenommen wie ein ... und behandelt wie ein ...

    AntwortenLöschen
  57. sind die piraten eine protestbewegung wie die 68er bewegung – die neuen 13er ?

    sehr gut möglich und ich wünsche es mir. die piraten sind besser informiert, besser organisiert und ein unzufriedener teil unserer gesellschaft. es geht um einen anderen politikstil und die demokratiefrage rückt in den vordergrund. wir sind keine schachfiguren, die hin- und hergeschoben werden und zählvieh für den wahltag. ist es einzelnen personen möglich, sich in die politik einzuschalten ? ja, bei den piraten.

    die medien sollten die demokratische neuerung loben und nicht als inhaltslosen protest kritisieren. deren kritik erinnert mich an die 60er jahre, als die studenten, die 68er, auf die strasse gingen. haben die 68er nicht zu einer veränderung in der politischen landschaft beigetragen und an inhalt und gesichtern gewonnen ? noch haben die piraten den bonus der profillosigkeit und sind amateure und dürfen sich hinstellen und sagen, dass sie noch keine haltung oder ahnung zu einem thema haben und erst mit ihren mitgliedern darüber diskutieren. die tagesereignisse werden die piraten schon noch zwingen, positionen zu beziehen.

    die piraten sind nicht alle gleich, die basis wird täglich grösser und es gibt noch keine “köpfe”. die piraten werden im politischen wie auch in den medien gesichter zeigen müssen. den piraten muss es gelingen weitere inhalte zu formulieren. sie müssen sich an den politikbetrieb anpassen, ohne ihre anhänger zu verlieren.
    die zwänge des politikbetriebs sind sehr gross und die spielregeln verändern gnadenlos jeden, der mit ihnen zu tun hat. sie haben auch die grünen verändert. was hatten sie für illusionen, glaubten sie, dass die grünen eine anti-parteien-partei sein könnten, mit rotationsprinzip und gleicher entlohnung für alle. die grünen haben sich leider zu sehr an den politbetrieb angepasst.

    ich erwarte eine neue protestbewegung, mit neuen und modernen mitteln. die piraten könnten im wahljahr 2013 mit einer neuen “13er bewegung” (ein gigantisches neues projekt), ähnlich wie die 68er bewegung, die politische landschaft und unser demokratieverständnis gravierend verändern.

    als pirat habe ich eine eigene meinung und werde diese auch vertreten, mit dem hinweis, dass meine meinung nicht konform gehen muss mit dem parteiprogramm der piratenpartei. die piraten sind nicht alle gleich, aber ich will versuchen in diskussionen mit anderen piraten mehrheiten für meinen standpunkte zu erreichen, oder lasse mich in diskussionen von anderen standpunkten überzeugen. das verstehe ich unter demokratie.

    AntwortenLöschen
  58. Peter(NOCH kein Pirat)26. Juli 2012 um 15:05

    Ich glaube das Hauptproblem sind nicht die Sandalen sondern die Kombination:
    Sandalen + Hartz4-Empfänger + Haupttehma Leistungsloses Grundeinkommen = Üblicher Verdächtiger.
    Hätte ein Sandalentragender Freak dem staundénden Publikum die technischen Probleme z.B. der Energiewende dargelegt wäre er als bewunderternswerter Paradiesvogel wahrgenommen worden.

    AntwortenLöschen